Der FC Carl Zeiss Jena weist die Vorwürfe des scheidenden Trainers Volkan Uluc zurück. Er hatte zu seinem Abschied erklärt, zum Zeitpunkt seiner Einstellung nicht über das Zukunftskonzept informiert gewesen zu sein.

Geschäftsführer Patrick Widera, Präsident Ralph Grillitsch und Aufsichtsratschef Andreas Krug erklärten am Mittwoch, das Zukunftskonzept sei bereits Bestandteil seines Arbeitsvertrages gewesen. „In den Vertragsgesprächen wurde die Erwartungshaltung des Vereins sehr deutlich besprochen: Dem FC Carl Zeiss Jena ist es ein zentrales Anliegen, dass sich Talente aus dem Nachwuchsleistungszentrum bis in die erste Mannschaft weiterentwickeln können“, heißt es in der Erklärung des Fußball-Regionalligisten.

Eines der Saisonziele war die Entwicklung junger Spieler

Auch die Orientierungsgröße, regelmäßig zwei Spieler unter 23 Jahren in der Startelf einzusetzen, sei dem Trainer vor dem Amtsantritt bekannt gewesen. Sie stamme aus dem Konzept des Sportdirektors Miroslav Jovic, sei aber nicht als ein Dogma zu verstehen und sei auch nicht als solches eingefordert worden. Im letzten Abschnitt der Saison 2024/25 seien junge Spieler zu Einsätzen gekommen und die Mannschaft erfolgreich gewesen.

Thüringenpokal Finale FC Carl Zeiss Jena - ZFC Meuselwitz
Volkan Uluc gibt im Pokalfinale taktische Anweisungen. © FMG | Tino Zippel

Für die Saison 2025/26 habe der FCC darauf aufbauend drei sportliche Kernziele gesetzt: Neben dem Landespokalsieg wollte der Club besser in der Regionalliga abschneiden, als er in der Tabelle der Kaderbudgets steht – also möglichst besser als Platz fünf. Drittes Ziel sei gewesen, „die jungen Spieler im Kader weiterzuentwickeln, damit diese bereit sind für die Folgesaison und den nächsten Schritt gehen können“.

FC Carl Zeiss Jena: Club wollte Zusammenarbeit nicht fortsetzen

In der Hinrunde der Saison 2025/26 habe sich das Bild beim Einsatz junger Spieler gedreht. Innenverteidiger Maxim Hessel war die einzige Konstante in der Aufstellung. „Die jüngeren Spieler spielten faktisch keine Rolle mehr. Für einen Verein, der die Entwicklung junger Spieler zu seiner DNA macht, das Bekenntnis zum Zukunftskonzept arbeitsvertraglich manifestiert, ist das keine Nebensächlichkeit, sondern ein Kern seines Selbstverständnisses.“ Der FCC habe aber nicht auf starre Quoten gepocht, sondern eine mittel- und langfristige Entwicklung der Spieler verlangt, die nur über systematische Spielzeiten in Liga oder Pokal gelinge. Ausdrücklich lobt die Clubführung die Leistungen des Übergangskoordinators René Lange.

Im März kam Uluc auf die Verantwortlichen des FC Carl Zeiss Jena zu. Allerdings widerspricht die Führung, dass allein der Trainer die Trennung zum Saisonende forciert habe. „Es war der Verein, der sich Ende März entschied, die Zusammenarbeit nicht über das Saisonende hinaus fortzusetzen. Man verständigte sich einvernehmlich darauf, aus Respekt vor den anstehenden Herausforderungen und der insgesamt kommunikativ herausfordernden Situation nach der Niederlage in Chemnitz und dem bevorstehenden Derby dem Trainer einen souveränen und würdigen Abschied zu ermöglichen“, heißt es in der Erklärung. Daran sah sich der Club gebunden und habe das Thema bislang nicht kommentiert.

Führung sieht sich angegriffen

Nun sieht sich die Führung aber zu Unrecht angegriffen. „Erst nach dieser Entscheidung und der Information der Mannschaft entfaltete sich das Gesamtgebilde sichtlich befreit und ohne Druck.“ Der Club sieht darin einen Grund für den starken Saisonendspurt.

Trainer Volkan Uluc hatte nach dem Gewinn des Landespokals heftige Kritik geäußert. Unter anderem sagte er, dass ihm das Zukunftskonzept erst nach der Niederlage beim FC Rot-Weiß Erfurt in der Hinrunde zur Kenntnis gegeben wurde.