Der Mann der Stunde wollte am Ende gar nicht so sehr im Mittelpunkt stehen. „Das war eine Teamleistung heute“, betonte Paul Küas nach dem 1:0 seines FC Carl Zeiss Jena am Mittwochabend gegen die VSG Altglienicke immer wieder. Der Co- und Torwarttrainer des FCC war diesmal unverschuldet ins Rampenlicht gerückt, da Marco Grote gesperrt fehlte. Der Jenaer Chefcoach verfolgte die Partie im Innenraum des Stadions vor einem Fernseher, während Küas seinen Platz an der Seitenlinie einnahm.
Küas‘ erster FCC-Coach, dem Sieg gegen Altglienicke gelingt
Für den 27-Jährigen natürlich „etwas ganz Besonderes, als verantwortlicher Cheftrainer des FC Carl Zeiss auf dem Papier zu stehen“. Zumal er als erster Jena-Coach in die Geschichte eingehen wird, dem ein Sieg gegen die VSG gelang. Im bereits zwölften Versuch glückte es erstmals, drei Punkte gegen die Berliner zu holen, die von vielen in dieser Saison zu den Aufstiegsfavoriten gezählt werden.

Große Veränderungen brachte für Paul Küas die neue Rolle derweil nicht mit sich. „Im Grunde genommen ist jeder bei seinen Aufgaben geblieben. Vielleicht war ich ein wenig aktiver an der Seitenlinie als sonst“, sagte der gebürtige Leipziger. Marco Grote hatte zwei Stunden vor Spielbeginn noch die große Vorbereitung auf die Partie geleitet. Danach lag es an Küas und Übergangskoordinator René Lange, das Team final einzustimmen.
FC Carl Zeiss muss brenzlige Situationen überstehen
Einzig in den ersten 15 Spielminuten lief es für Jena nicht ganz rund und die FCC-Kicker meist hinterher. Doch mit dem frühen Treffer von Timon Burmeister (15.) waren die Gastgeber voll drin im Geschehen, auch wenn es noch einige brenzlige Situationen zu überstehen gab. Und auch ein bisschen Glück gehörte dazu. Zum Beispiel als Schiedsrichter Tim Gerstenberg einen Treffer des ehemaligen US-Nationalspielers John Brooks für die VSG aberkannte.

Dass der FCC derweil besonders in der Schlussphase der zweiten Halbzeit beste Gelegenheiten ausließ, auf 2:0 zu erhöhen, wollte Küas nicht überbewerten. „Wir müssen auch demütig bleiben, da Altglienicke dem Spiel durchaus eine andere Richtung hätte geben können.“
Sonderlob für Maurice Hehne von seinen Mitspielern
Auch bei seinen Spielern überwog nach dem Ende des VSG-Fluchs die „pure Freude“, wie Kevin Lankford es ausdrückte. „Jeder wollte diesen Sieg, das hat man gesehen.“ Und für Maurice Hehne, der den gesperrten Abwehrchef Sören Reddemann vertrat, gab es noch ein Sonderlob. „Mo hat es heute super gemacht“, meinte Lankford und fand Zustimmung aus berufenem Munde. „Wir haben unseren Vizekapitän heute in der Abwehr gehabt, das hat man gesehen“, sagte Keeper Marius Liesegang.

Auch die beiden sprachen die vergebenen Chancen – insbesondere von Tristan Teuber – an. „Natürlich müssen wir den Deckel früher draufmachen, aber Tristan hat das trotzdem super gemacht“, meinte Lankford. „Ich wünsche ihm, dass er in einem der nächsten Spiele das entscheidende Ding macht.“
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Und wie geht es für Küas weiter? Der 27-Jährige wird, sollte es bei einem Spiel Sperre für Grote bleiben, zurück in seine normale Rolle schlüpfen. Am Mittwochabend musste er zuvor aber erstmal noch einen ausgeben.






