Marco Wolf gehört zu den Schlüsselspielern beim FC Rot-Weiß Erfurt. Beim 3:1 gegen Altglienicke leitete er mit dem Führungstreffer den Auswärtssieg ein. Im neuen „RWE-Talk“ spricht der 24-jährige Fußballer über seinen geheimnisvollen Torjubel, seine Rolle als Kabinen-DJ, seine Liebe zum Darts und sagt, warum er sich auf das nächste Spiel gegen Magdeburg II freut.

Marco Wolf über den Sieg gegen Altglienicke:

Ich habe einen Tag nach dem Spiel noch schwere Beine. Zum Glück haben wir am Donnerstag frei. Meiner Mannschaft muss ich Respekt zollen, wie wir nach der Niederlage gegen Halle und der nahezu kompletten Partie in Unterzahl gegen Altglienicke zurückgekommen sind. Unsere Mentalität und der Teamgeist waren der Schlüssel zum Erfolg.

… seinen Torjubel mit gespreiztem Zeigefinger und Daumen auf dem Mund:

Paulo Dybala vom AS Rom jubelt genauso. Ich finde ihn als Fußballer super, deshalb habe ich mir das bei ihm abgeguckt. Ich mache das schon seit der U17 so, als ich bei Bayer Leverkusen gespielt habe. Wenn mir ein Tor gelingt, so wie am Dienstagabend gegen Altglienicke, dann gehört diese Art des Jubelns dazu. Aber mein großes Vorbild ist Lionel Messi. Er ist für mich unangefochten der beste Fußballer.

Beim „RWE-Talk“ beantwortet Mittelfeldspieler Marco Wolf (links) die Fragen von Sportchef Marco Alles.
Beim „RWE-Talk“ beantwortet Mittelfeldspieler Marco Wolf (links) die Fragen von Sportchef Marco Alles.© Screenshot/Funke Medien Thüringen

… die Diskussionen mit den Schiedsrichtern:

Im Nachhinein kann man die eine oder andere Szene so bewerten. Bei meiner Gelb-Roten-Karte bleibe ich dabei. Ich habe den Ball nicht absichtlich weggeschlagen. Zwischen meinem Schuss und dem Pfiff lag nicht mal eine Sekunde. Natürlich haben wir innerhalb der Mannschaft über die Situationen geredet. Da müssen wir cleverer sein. Ich weiß, dass die Schiedsrichter viele knifflige Szenen bewerten müssen. Aber ein wenig Fingerspitzengefühl wäre von Vorteil.

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… seine Rolle als Kabinen-DJ:

Diese Rolle hatte ich schon in Stuttgart und Halle ausgeübt. Letztes Jahr, als in Erfurt die Mannschaft neu zusammengestellt wurde, habe ich die Initiative ergriffen. Ich muss viele Wünsche erfüllen und mich mit verschiedenen Genres auseinandersetzen. Es wird viel Deutsch-Rap gehört. Ein Klassiker vor dem Spiel, um sich zu pushen, ist aber auch Numb von Linkin Park. Ich selbst höre House Music oder spanische Musik. Die strahlt Gelassenheit aus und hat etwas Sorgenfreies. Das finde ich cool.

… seine ersten Schritte als Fußballer:

Wir hatten zu Hause in unserer Wohnung Vasen stehen. Die habe ich mit einem Softball kaputt geschossen. Da war ich anderthalb Jahre alt. So ging es mit dem Fußball los. In meiner Heimat in Meckenheim habe ich im Verein angefangen, als ich vier war. Ich habe erst mit rechts geschossen. Aber mein Opa war Linksfuß. Deshalb bin ich schnell umgestiegen.

… seine beruflichen Pläne:

Wenn ich kein Fußballer wäre, wäre ich vermutlich Physiotherapeut geworden. Mein erster Trainer hatte diesen Beruf ausgeübt und besaß eine eigene Praxis. Dort habe ich ein Praktikum gemacht. Mich hat fasziniert, wie alles im Körper miteinander zusammenhängt. Vielleicht wäre das nach meiner Karriere eine Option. Auf jeden Fall habe ich Lust, mich selbstständig zu machen.

Marco Wolf (rechts) geht keinem Zweikampf aus dem Weg.
Marco Wolf (rechts) geht keinem Zweikampf aus dem Weg.© FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

… seine Liebe zum Darts:

Ich finde das Publikum und die Stimmung überragend und war in der Sommerpause zum ersten Mal in Leverkusen live bei einem Turnier dabei. Jetzt will ich unbedingt mal nach London ins „Ally Pally“ und dort eine Weltmeisterschaft erleben. Ich finde es faszinierend, wie zielgenau ein Mensch werfen muss. Zu Hause würde ich gerne eine Dartscheibe aufhängen. Da muss ich noch mal mit meiner Freundin verhandeln.

… eine Belohnung nach erfolgreichen Spielen:

Ich gehe sehr gerne mit meiner Freundin essen, freue mich aber auch über viel Ruhe. Die Spiele sind sehr kräftezehrend. Deshalb belohne ich mich einfach mal, indem ich mich aufs Sofa lege.

Marco Wolf
Marco Wolf (links) im Funke-Videostudio mit Marco Alles.© Axel Lukacsek

… den Teamgeist in der Mannschaft:

Viele loben den Zusammenhalt, und es ist wirklich so. Jeder kämpft für den anderen. Auch neben dem Platz. Entscheidend war, dass der Großteil der Mannschaft im Sommer zusammengeblieben ist. Das war wichtig, um die neuen Spieler schneller zu integrieren.

… die Chancen in dieser Saison:

Es sind erst fünf Spiele absolviert, da brauchen wir noch nicht ans ganz Große zu denken. Wir wollen an die vergangene Saison anknüpfen und oben mitspielen. Die Großen, die aufsteigen wollen, wollen wir ärgern.

… das nächste Spiel am Sonntag gegen Aufsteiger Magdeburg II:

Ich mag die Partien gegen die zweiten Mannschaften, weil solche Gegner Fußball spielen wollen. Das wird sehr interessant, wenn auch nicht ganz einfach. Ich bin trotzdem der festen Überzeugung, dass wir drei Punkte holen werden. Ich habe volles Vertrauen in die Mannschaft und das Trainerteam, dass wir einen guten Matchplan haben werden.