Viel wurde vor der Schließung des Transferfensters darüber spekuliert, ob Top-Stürmer Obed Ugondu nach seinen fünf Toren in sechs Spielen den Verein verlässt. Nun hat der FC Rot-Weiß Erfurt einen anderen, ziemlich überraschenden Transfer vermeldet. Der Fußball-Regionalligist verkündete die Rückkehr von Romarjo Hajrulla, der einen Vertrag bis 2027 unterzeichnet hat. „Wir wollten ihn schon länger zurückholen. Erst in den vergangenen zwei Tagen wurde seine Verpflichtung möglich“, sagt Cheftrainer Fabian Gerber.

Hajrulla blieb in Cottbus nur die Reservistenrolle

Der 26 Jahre alte Angreifer stand zuletzt beim FC Energie Cottbus unter Vertrag. Dorthin war der Offensivmann im Sommer 2024 von Erfurt aus gewechselt. Unter Claus-Dieter Wollitz konnte er sich allerdings nicht durchsetzen und saß meist auf der Bank. Hajrulla kam lediglich auf sieben Einsätze in der 3. Liga, die aber oft nur wenige Minuten dauerten. „Im Fußball ist es manchmal so, dass es einfach nicht so richtig zusammenpasst, um gemeinsam erfolgreich zu sein. Dennoch danken wir Romarjo und wünschen ihm alles erdenklich Gute für die Zukunft“, sagte Wollitz.

Angreifer Romarjo Hajrulla kehrt vom FC Energie Cottbus zum FC Rot-Weiß Erfurt zurück.
Angreifer Romarjo Hajrulla kehrt vom FC Energie Cottbus zum FC Rot-Weiß Erfurt zurück.© FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Die Verpflichtung des Angreifers hat auch Auswirkungen auf den aktuellen Kader des FC Rot-Weiß. Denn erst vor elf Tagen hatte der Viertligist mit Meghon Valpoort einen weiteren Stürmer geholt. Nachdem der Hajrulla-Transfer kurzfristig möglich geworden war, plant Erfurt neu – und verleiht den 25 Jahre alten Niederländer. Der Mittelstürmer, der gegen Halle und Altglienicke zu zwei Kurzeinsätzen kam, wird bis Saisonende an den SGV Freiberg abgegeben.

Valpoort trifft in Freiberg auf Ex-Erfurter

Valpoort hatte im August einen Vertrag bis Juni 2027 in Erfurt unterschrieben. Bei seinem neuen Club trifft er übrigens auf einen Ex-Erfurter. Beim Tabellenführer der Regionalliga Südwest spielt seit dieser Saison auch Abou Ballo, der zuletzt bei Lok Leipzig kickte. In Freiberg am Neckar eroberte er sich sofort einen Stammplatz als linker Verteidiger.

Keine zwei Wochen war Meghon Valpoort (links) in Erfurt, nun wird er in die Regionalliga Südwest verliehen.
Keine zwei Wochen war Meghon Valpoort (links) in Erfurt, nun wird er in die Regionalliga Südwest verliehen.© FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Der FC Rot-Weiß besitzt im Moment mit 15 Treffern den gefährlichsten Sturm in der Regionalliga, der mit der Verpflichtung von Hajrulla noch unberechenbarer werden soll. Das Plus von Erfurt: Jene Ausbeute verteilt sich auf sieben verschiedene Spieler. Auch Verteidiger wie Maxime Awoudja oder Ben-Luca Moritz haben schon getroffen.

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Zerschlagen hat sich dagegen vorerst die Verpflichtung eines Innenverteidigers. Trainer Gerber wollte die Abwehr stärken, fand jedoch bis zur Schließung des Transferfensters keinen geeigneten Spieler. Trotzdem hat Erfurt die Position weiter im Blick und behält sich vor, einen vertragslosen Fußballer an sich zu binden.

Hajrulla: Mittwoch erstes Training beim FC Rot-Weiß

Romarjo Hajrulla startet am Mittwoch nach einem freien Tag für die Rot-Weiß-Spieler mit dem ersten Training bei seiner neuen, alten Mannschaft und beginnt sein zweites Erfurt-Abenteuer. Als er von Januar 2022 bis Juni 2024 hier spielte, war der Stürmer einerseits öfter verletzt. Auf der anderen Seite stand die beeindruckende Bilanz von 30 Toren und 18 Vorlagen in 58 Pflichtspieleinsätzen. „Mit seiner Torgefahr und Mentalität wird er unserer Offensive wichtige Impulse geben“, sagt Rot-Weiß-Geschäftsführer Franz Gerber.

Mit dem Club schaffte er einst den umjubelten den Regionalliga-Aufstieg. „Er kennt Erfurt und braucht sich nicht eingewöhnen“, sagt Trainer Gerber. Im Landespokalspiel am Samstag beim 1. FC Eichsfeld steht Hajrulla vor seinem Comeback beim FC Rot-Weiß.