Die Urkunden für die Gruppensiege im Intertoto-Cup 1985 und 1986 lagen schon im Müllcontainer. Aber Kurt Gaida rettete die für den FC Rot-Weiß Erfurt so wichtigen Erinnerungsstücke vor der Vernichtung. Als im Juni 2016 im Zuge des Stadionumbaus das Steinhaus abgerissen wurde, warfen Arbeiter alles achtlos weg. „Ich habe aus dem Container rausgeholt, was ich zu fassen bekam“, erzählte das Mitglied des Ehrenrates beim Traditionsabend des Fußball-Regionalligisten.
Meistermedaillen von 1954 und 1955 gehören wieder dem Club
Der beherzte Retter bewahrte alle Sammlerstücke zu Hause auf, jetzt hat er sämtliche Devotionalien in die Hände des Clubs zurückgegeben. Im Besitz des Fußball-Regionalligisten sind inzwischen aber auch weitere Zeugen der Vergangenheit. Von Sammler Olaf Schwertner kaufte der FC Rot-Weiß die Medaillen der DDR-Vizemeistermeisterschaft von 1951 sowie vom dritten Platz aus der letzten Oberliga-Saison 1990/91 an. Besonders wertvoll sind die Münzen von den Titelgewinnen 1954 und 1955 des Vorgängervereins SC Turbine, die nun ebenfalls an den FC Rot-Weiß übergeben wurden.

Dem Klub gehört jetzt auch wieder eine silberne Medaille, die Spieler und Trainer im Mai 1980 nach dem 1:3 n. V. gegen Jena im Endspiel des FDGB-Pokals erhalten hatten. Als der langjährige Mannschaftsleiter Kurt Brendel im November 2004 starb, erhielt Olaf Schwertner die Medaille von der Familie. „Der Nachlass wäre entsorgt worden. Aber der Enkel wusste, dass ich alles zum FC Rot-Weiß sammle“, sagte Schwertner.
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Viele Exponate sind vom kommenden April an im Erfurter Stadtmuseum zu sehen, wo eine Ausstellung zum Erfurter Sport vorbereitet wird. Aber dem dann 60 Jahre alten Fußballclub fehlen im Fundus noch zahlreiche Erinnerungsstücke. Dazu zählen historische Trikots genauso wie die Urkunden der Erfolge des Nachwuchses, wie unter anderem von der Meisterschaft in der DDR-Juniorenoberliga der Saison 1979/80.
Wimpel vom Bayern-Spiel vermutlich unwiederbringlich verloren
Über die für 2026 geplante Ausstellung hinaus sollen die rot-weißen Schätze im Stadtmuseum eingelagert werden. Zu den Visionen des Ehrenrates zählt es allerdings, sie dauerhaft zu zeigen. Anbieten würde sich eine repräsentative Geschäftsstelle, quasi als Museum im Kleinformat.

Vieles, was an die Geschichte des Erfurter Fußballs erinnert, ist jedoch vermutlich unwiederbringlich verloren gegangen. Dazu zählt unter anderem der Wimpel vom legendären DFB-Pokalspiel im August 2008 gegen den FC Bayern München, das der Rekordmeister nur knapp mit 4:3 gewann.
Aktuelle Nachrichten zum FC Rot-Weiß Erfurt:
Verschwunden ist bislang auch das Original der Gründungsurkunde des FC Rot-Weiß vom 26. Januar 1966. Aber Michael Kummer hat trotzdem noch leise Hoffnung. „Es gibt die Theorie, dass die Gründungsurkunde von 1966 im Original mehrfach ausgestellt wurde“, sagte der Vorsitzende des Ehrenrates.







