Der FC Rot-Weiß Erfurt wird in der Spitzengruppe der Fußball-Regionalliga überwintern. Vor 5902 Zuschauern bezwang die Mannschaft von Trainer Fabian Gerber am Samstagnachmittag den BFC Dynamo mit 1:0 (0:0). Es war ein klassischer Arbeitssieg, mit dem sich die Erfurter von ihren Fans verabschiedeten. Doch das störte im Steigerwaldstadion niemanden. Mit den drei Punkten stockte RWE sein Konto auf 37 auf – eine Ausbeute nach 19 Partien, die sich sehen lassen kann.

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„Wie ihr uns durch die Halbserie getragen habt, wie wir weiter gewachsen sind als Gemeinschaft, dafür herzlichen Dank“, richtete Geschäftsführer Franz Gerber nach dem Abpfiff emotionale Worte an die Fans. Dafür erntete er ebenso lautstarken Applaus wie die Spieler auf ihrer finalen Ehrenrunde.

Rot-Weiß Erfurt muss gegen den BFC 14 Spieler ersetzen

Auch vor dem letzten Spiel des Jahres blieben die Erfurter nicht von Verletzungen verschont. Mit Stürmer Ömer Uzun hatte sich der 14. (!) Akteur des Regionalliga-Kaders wegen Leistenproblemen kurzfristig abgemeldet. Gegenüber der Startelf in Luckenwalde (1:1) gab es einen Wechsel. Artur Golubytskij durfte von Beginn an ran; dafür musste David Adesida zunächst auf die Bank. Deren Besetzung machte die rot-weiße Personalnot deutlich. Fünf Spieler der U19-Mannschaft hatten dort Platz genommen.

Rot-Weiß Erfurts Benny Boboy setzt sich gegen die Berliner Willi Reincke (links) und Ivan Knezevic (rechts) durch.
Rot-Weiß Erfurts Benny Boboy setzt sich gegen die Berliner Willi Reincke (links) und Ivan Knezevic (rechts) durch.© Frank Steinhorst

BFC Dynamo mit den besseren Chancen in Halbzeit eins

Die erste Halbzeit fiel in die Kategorie „Schlafwagenfußball“. Viele Fehler, kein Tempo, kaum Torraumszenen. Rot-Weiß stand im 4-5-1-System tief und lauerte auf Ballverluste. Der BFC ließ sich nicht locken und vermied das große Risiko. So entwickelte sich ein zähes Ringen zwischen den Strafräumen. Die Gäste hatten mehr Ballbesitz und wirkten spielerisch gefälliger.

Aus ihren wenigen Möglichkeiten machten sie jedoch auch nichts. Leandro Putaro fand in Lorenz Otto seinen Meister (6.). Joey Breitfeld (22.) und Rufat Dadashov (30.) zielten aus Nahdistanz übers Tor. Bei den Erfurtern war vieles Stückwerk. Sie gingen spürbar „auf dem Zahnfleisch“. Im Umschaltverhalten fehlte es an Dynamik und Präzision. So blieb ein Distanzversuch aus 25 Metern von Benjika Caciel die einzige verheißungsvolle Szene vor der Pause (18.).

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Stanislav Fehler trifft mit der ersten Chance zum 1:0

Umso verheißungsvoller begann der zweite Durchgang: Mit einer butterweichen Flanke aus dem Halbfeld hatte Ben-Luca Moritz die gegnerische Abwehrreihe überlistet. Stanislav Fehler nahm den Ball direkt und bescherte seiner Mannschaft mit der ersten Chance die 1:0-Führung (52.). Weil der BFC die Deckung anschließend entblößen musste, ergaben sich für Rot-Weiß mehr Räume zum Kontern. Einen davon schloss Obed Ugondu per Flachschuss knapp neben den Pfosten ab (60.).

Defensiv standen die Erfurter kompakt und ließen nichts Nennenswertes zu, sodass der Sieg nie in Gefahr geriet. In der 81. Minute feierte mit Sami Chentoufi ein U19-Spieler sein Regionalliga-Debüt, nachdem er schon einmal im Landespokal sein Können unter Beweis stellen durfte.