Frühe Rote Karte, zwei Traumtore und dann doch noch ein Tiefschlag: In einem turbulenten Regionalliga-Duell schien der FC Rot-Weiß Erfurt trotz Unterzahl über 84 Minuten auf der Siegerstraße. Doch dann schlug die BSG Chemie Leipzig vor 7821 Zuschauern zurück und ließ beim 2:2 (1:1) alle Träume von drei Punkten platzen.

Rot-Weiß Erfurt verpasst Heimsieg gegen Chemie Leipzig

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    Wolf dabei, Fehler pausiert

    Trainer Fabian Gerber konnte zumindest vor dem Spiel kurz aufatmen. Zwar fehlte wie erwartet Stanislav Fehler aufgrund seiner Verletzung am Syndesmoseband. Dafür stand aber Marco Wolf in der Startelf. Der Spielmacher hatte nach dem 2:1 in Greifswald über muskuläre Probleme geklagt, weshalb hinter seinem Einsatz ein Fragezeichen stand.

    Dehl sieht nach sechs Minuten die Rote Karte

    Doch schnell musste Gerber die Luft anhalten. Denn die Hoffnung auf einen Heimsieg erhielt bereits nach sechs Minuten einen herben Dämpfer. Außenverteidiger Laurenz Dehl traf mit gestrecktem Bein seinen Leipziger Gegenspieler Janik Mäder und sah auf der Stelle die Rote Karte. Damit war der Matchplan der Erfurter Mannschaft auf einen Schlag über den Haufen geworfen. Die restlichen 84 Minuten spielte der FC Rot-Weiß in Unterzahl. Für Dehl rückte nun Benny Boboy aus dem defensiven Mittelfeld in die Abwehrkette.

    FUSSBALL REGIONALLIGA NORDOST  25. SPIELTAG I FC ROT WEISS ERFURT - BSG CHEMIE LEIPZIG
    In dieser Szene klärt Erfurts Verteidiger Til Schwarz im Duell mit dem enteilten Leipziger Kay Seidemann.© FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

    Spätestens mit jener Situation gerieten auch die Anhänger auf den Tribünen in Wallung. Um ein Haar wäre den Leipzigern die Führung gelungen. Nach einem Ballverlust in der Hälfte des Gegners wurde der Ex-Erfurter Kay Seidemann in Szene gesetzt. Erfurts Schlussmann Lorenz Otto war schon weit aus seinem Kasten gelaufen und geschlagen, das Tor bereits leer. Aber Til Schwarz grätschte den Ball unter dem Jubel der Zuschauer vom Fuß seines einstigen Teamkollegen zur Ecke (13.).

    Leipzig hatte nach dem turbulenten Auftakt zunächst Oberwasser. Erfurt hielt kämpferisch dagegen. Nach einer Viertelstunde wurden die Gastgeber mutiger im Vorwärtsgang – trotz der Unterzahl. Aber Sejdo Durakov hatte nach einem Zuspiel von Obed Ugondu kein Glück (17.).

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    Der Ex-Erfurter Maxime Langner, hier im Zweikampf mit Rot-Weiß-Strümer Romarjo Hajrulla (links), brachte seine Leipziger Mannschaft in Führung. © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

    Noch vor der Pause ging die BSG Chemie mit einer umstrittenen Situation in Führung. Maxime Langner flankte an seiner alten Wirkungsstätte in den Strafraum, wo Stanley Ratifo vor Schlussmann Otto in abseitsverdächtiger Position stand. Langners Ball segelte zum 0:1 ins Erfurter Netz. Schiedsrichter Sikro Müke zögerte keine Sekunde und ließ den Treffer gelten (36.).

    Caciel trifft per 20-Meter-Hammer zum Ausgleich

    Doch wie die Fans zum Start aus allen Träumen gerissen wurden, so änderte sich die Gefühlslage direkt vor der Pause überraschend. Ausgerechnet gegen Torschütze Langner behauptete sich Benjika Caciel – und holte den Hammer raus. Mit einem 20-Meter-Schuss in den linken Winkel traf er zum 1:1-Ausgleich.

    Ball springt vom Innenpfosten zu Erfurts Führung ins Tor

    Beflügelt vom Ausgleich trat der FC Rot-Weiß in der zweiten Hälfte mit breiter Brust auf, als würde man gar nicht in Unterzahl spielen. So gelangen Erfurt sogar schöne Kombinationen. Eine davon leitete Durakov mit einer sehenswerten Ablage per Hacke auf Ben-Luca Moritz ein. Der Verteidiger bediente Caciel, der wieder einfach abzog. Sein Ball knallte an den Innenpfosten und von dort zur Führung ins Leipziger Tor (52.).

    Doch Leipzig schlug bei einer Standardsituation eiskalt zurück. Einen Freistoß fast von der Eckfahne spitzelte Fynn Seidel auf den Erfurter Kasten. Der Ball segelte in unter die Querlatte zum 2:2 ins Netz, wobei Schlussmann Otto keine gute Figur abgab (70.). In der 85. Minute hatte Ugondu mit seinem Schuss das dritte Tor auf dem Fuß. Aber Chemie-Schlussmann Marcel Bergmann reagierte glänzend.