Nach dem rassistischen Zwischenruf eines Zuschauers beim Auswärtsspiel des FC Rot-Weiß Erfurt in Zwickau (1:2) hat der gastgebende Verein reagiert. „Natürlich werden wir das aufarbeiten und versuchen, denjenigen oder diejenigen aus den Zuschauerreihen zu ermitteln. Und wenn sich die Vorwürfe bestätigen sollten, dann müssen und werden wir harte Konsequenzen ziehen“, sagte André Beuchold, der Vorstandschef des Fußball-Regionalligisten.
Zuschauer denken zunächst an eine Trinkpause
In der 71. Minute hatte Erfurts Offensivmann Raphael Assibey-Mensah den Schiedsrichter Johannes Schipke auf eine Beleidigung von der Tribüne aufmerksam gemacht. Der 26-Jährige erklärte nach dem Spiel, dass ein Zuschauer „Afrikaner raus!“ gerufen habe. Als die Partie länger unterbrochen war, dachten die Zuschauer angesichts der sommerlichen Temperaturen zunächst an eine Trinkpause.

Die Szene spielte sich an der Seitenlinie gegenüber der Haupttribüne ab. Gefallen sind die beleidigenden Worte nach einem Zweikampf, als Benny Boboy einen Zwickauer Spieler foulte. Assibey-Mensah hatte den betreffenden Fan schnell ausgemacht: „Ich habe ihn angeschaut, aber er hat weiter herumgebrüllt.“ Dabei hat der Erfurter einst selbst eine Saison in Zwickau gespielt: „So etwas gehört nicht zum Fußball“, sagte der gebürtige Leipziger.
Aktuelle Nachrichten zum FC Rot-Weiß Erfurt:
Möglicherweise droht dem FSV Zwickau nun ein Verfahren vor dem Sportgericht des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV). Der Club unterstützt nach eigenen Aussagen die Aufarbeitung des Vorfalls. „Der Verein wird alles Nötige in die Wege leiten“, sagte Sportdirektor Robin Lenk. Wie FSV-Vorstand Beuchold erklärte, habe man entsprechende Videoaufnahmen an die Polizei übermittelt.






