Im Oktober 1991 schoss sich Tino Gottlöber in die Herzen der Fans des FC Rot-Weiß Erfurt. Nun übernimmt er zum ersten Mal den Cheftrainerposten einer Männermannschaft. Der 60-Jährige fungiert ab sofort in dieser Funktion beim Bischofswerdaer FV.

Gottlöber schießt Erfurt in die zweite Uefa-Cup-Runde

Zwischen März 1991 und Juni 1992 spielte Gottlöber in Erfurt. Sein Goldenes Tor (80.) im Rückspiel gegen den FC Groningen bedeutete den Einzug in die zweite Uefa-Cup-Runde. „Das vergisst man ja nicht. Das Tor war neben den Spielen gegen Ajax Amsterdam der Höhepunkt meiner Karriere. Es wird mich immer begleiten“, sagte er einst in einem Interview mit dieser Zeitung.

FUSSBALL 1991 UEFA-CUP RWE - GRONINGEN
Tino Gottlöber schießt den FC Rot-Weiß Erfurt am 2. Oktober 1991 mit dem Treffer zum 1:0 gegen den FC Groningen in die zweite Runde des Uefa-Pokals.© FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Beim Bischofswerdaer FV, seinem Heimatverein, soll er mit der ersten Männermannschaft für einen sportlichen Neuanfang sorgen. Denn der Club war in der vergangenen Saison als Tabellen-15. vor Schlusslicht 1. SC 1911 Heiligenstadt nach elf Jahren in die Landesliga Sachsen abgestiegen. In dieser Woche leitete er erstmals das Training.

Gottlöber holt mit Frauen die Sachsenmeisterschaft

An eine neue Umgebung braucht sich Gottlöber nicht zu gewöhnen. Seit 2012 arbeitet er hier als Nachwuchskoordinator und Trainer der Frauen. Mit ihnen holte er zuletzt die Sachsenmeisterschaft. Aus finanziellen Gründen verzichtete Bischofswerda aber auf den Aufstieg.

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Dass er nun die Männer übernimmt, kommt überraschend. Denn in einem Interview mit der Sächsischen Zeitung in diesem Frühjahr hatte er dies noch kategorisch ausgeschlossen: „Ich bin mit den Aufgaben, die aktuell im Frauen- und Mädchenbereich anstehen und mich ausfüllen, sehr glücklich. Und ganz ehrlich, ich weiß gar nicht, ob ich den Job als Männertrainer machen wollte. Ich denke, nach 14 Jahren Tätigkeit als Trainer einer Frauen-Mannschaft wäre das eine sehr große Umstellung.“ Mit dem ersten Saisonspiel am 16. August gegen Spremberg beginnt für ihn genau diese neue Ära.