Dass Science City Jena seinen Point Guard Eric Washington nicht ohne Grund verpflichtete, liegt auf der Hand. Als Wunschspieler betitelt, wechselte der 32-jährige US-Amerikaner aus Cremona (Italien) an die Saale, um dort mit Jenas Basketballern nach Chemnitz (2021/22) und Heidelberg (2022/23) in seine dritte BBL-Spielzeit zu starten. 

Doch sein Start bei Science City war kompliziert. Nach einer eh schon kurzen Vorbereitungsphase mit dem neuen Team zog sich der 1,83 m große Athlet einen Infekt zu, war erst kurz vorm Pokalspiel in Crailsheim wieder fit. 

Im Pokalspiel bester Werfer bei Science City Jena

Dort zeigte Washington dann erstmals seine Klasse, war mit 26 Punkten beim 85:78-Sieg bester Werfer seines Teams. „Ich fühle mich sehr wohl in Jena. Es ist eine große Chance, nochmals in der höchsten Spielklasse zu überzeugen. Ich mag unser Team, die Physis und den Ehrgeiz aller Spieler“, lobt der 32-Jährige seine neue Station im Profi-Basketball. 

Dass es beim Liga-Auftakt gegen den FC Bayern München am Freitag nicht ganz für eine Sensation reichte, sieht der US-Amerikaner realistisch: „Es ist das beste Team der Liga, wir konnten recht früh in der Saison sehen, wo wir stehen. Die ersten beiden Viertel hielten wir stark dagegen, danach wurden nach dem harten Pokalspiel die Beine schwer. München war einfach frischer. Das gehört dazu, unsere Zeit kommt noch.“

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Bei der 77:93-Niederlage in München war Eric Washington, der vor der Saison zum Science City-Kapitän gewählt wurde, mit 15 Punkten nach Dunn-Martin (20) der zweitbeste Werfer bei den Ostthüringern. 

Spektakuläre Würfe von Dunn-Martin

„Auch die anderen Jungs haben alles versucht. Great Osobor hat für seine erste Profi-Saison wirklich gut gespielt, kann von außen und innen punkten. Tavian Dunn-Martins spektakuläre Dreier halfen in der ersten Halbzeit. Wir werden uns alle noch steigern, das stimmt mich optimistisch“, sagt der Kapitän.

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Hintenraus waren die Münchener, so wie hier Oscar da Silva beim Dunking, einfach einen Zacken fitter als Jena.© IMAGO/Eibner-Pressefoto/Jenni Maul

Von erlebnisreichen, aber auch anstrengenden Tagen in der Fremde sprach Jenas Sportlicher Leiter Stephan Haukohl: „Der Pokalsieg war wichtig für uns und der Ligaauftakt in München natürlich ein Event. Wir haben uns viel vorgenommen, einiges umsetzen können und phasenweise echt gut gespielt. Wir wollten mit Tempo agieren, jeden freien Wurf nehmen. Am Ende ist uns die Energie ausgegangen. In der BBL wird jeder kleine Fehler bestraft. Davon hatten wir heute zu viele, aber daraus können wir nur lernen.“

Guter Support der Jenaer Fans

Besonders freute sich Stephan Haukohl über die gut 100 mitgereisten Fans aus Jena, die unter den 6700 Zuschauern in der ausverkauften Arena keinesfalls untergingen: „Links, rechts standen die Fans und feuerten uns an. So ein Support tut gut und motiviert zusätzlich. Wir haben unser Bestes gegeben und sind immer dankbar für jeden, der kommt.“

Aktuelle Nachrichten zu den Jenaer Basketballern:

Den Zuschauern dürfte auch der Auftritt von Eric Washington gefallen haben. Er selbst bezeichnet sich als harten Arbeiter, will trotz des fortgeschrittenen Basketballalters immer noch besser werden. Für den Neuling sei das Kapitänsamt eine große Ehre, die er künftig mit vielen guten Spielen rechtfertigen möchte.