Science City Jena hat das Ostderby der Basketball-Bundesliga gegen die Niners Chemnitz überraschend deutlich mit 85:72 gewonnen. Die Partie am Samstagnachmittag vor 3125 Zuschauern in der ausverkauften Sparkassen-Arena war erst das zweite Heimspiel für die Thüringer in dieser Saison, in der die Hausherren bereits ihren dritten Ligasieg feiern konnten und dabei sogar einen 18-Punkte-Rückstand aufholten (6:24).

Im ersten Viertel geht bei Science City Jena gar nichts zusammen

Ausgerechnet im Derby erwischten der Aufsteiger ein erstes Viertel zum Vergessen. Die Chemnitzer dominierten die Begegnung nach Belieben - insbesondere auf den großen Positionen. Amadou Sow brauchte nicht einmal fünf Minuten für seine ersten zehn Punkte im Spiel. Jena-Coach Björn Harmsen war überhaupt nicht zufrieden, auch seine erste Auszeit beim Stand von 4:14 brachte nicht den erhofften Stopp. Das Jenaer Mittel in der Offensive: Distanzwürfe. Weil aber keiner von elf Dreier-Versuchen den Weg durch die Niners-Reuse fand, hieß es nach zehn Minuten 8:24.

BASKETBALL  EASYCREDIT BBL  7. SPIELTAG - SCIENCE CITY JENA - NINERS CHEMNITZ
War mit dem ersten Viertel überhaupt nicht zufrieden: Science-City-Trainer Björn Harmsen.© FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Eigentlich schon zu Beginn eine zu hohe Hypothek gegen eine Mannschaft, die 2024 den Europe Cup gewann und diese Saison für den EuroCup qualifiziert ist, in dem die Niners am Dienstag noch in Frankreich gefordert waren. Immerhin war dank Lorenz Bank zu Beginn des zweiten Viertels der Jenaer Dreier-Fluch gebrochen. Und beim 20:32 sah sich auch Chemnitz-Coach Rodrigo Pastore zur ersten Auszeit gezwungen. Doch diesmal lief das Viertel für die Hausherren, die beim 36:41-Pausenstand auf einmal wieder im Spiel waren.

Stephan Haukohl fordert in der Pause: Einfache Fehler abstellen

„Am Anfang waren wir gar nicht im Spiel, dann haben wir uns Stück für Stück zurückgekämpft“, analysierte Jenas Ex-Spieler Stephan Haukohl, der jetzt Trainee der Geschäftsführung ist, in der Pause. Dennoch waren es ihm zu viele einfache Fehler, die abgestellt werden müssten, um gegen den Favoriten eine Chance zu haben.

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Seine ehemaligen Mitspieler schienen ihn erhört zu haben, übernahmen nach der Pause dank Kristofer Krause beim 44:43 erstmals im Spiel die Führung. Nach 30 Minuten stand es 56:57. Es war alles angerichtet für ein spannendes Schlussviertel, in dem zunächst fast drei Minuten keine Punkte auf dem Scoreboard landeten. Im Anschluss wechselte die Führung mehrfach hin und her, ehe Jena bei weniger als zwei Minuten Spielzeit auf 78:68 davonzog. Am Ende hieß es 85:72 für den Derbysieger aus Thüringen.