Als Nicolay Grahmez die Matte betrat, war die proppevolle Ringerhalle hellwach. Mit einem klaren Erfolg stellte der 75-kg-Freistilringer im Bundesligakampf gegen die KG Baienfurt-Ravensburg den 14:11-Sieg für den RSV Rotation Greiz sicher.

Publikumsliebling Grahmez stellt Sieg sicher

Der 27-Jährige zählt in der Sporthalle an der Eisbahn zu den Publikumslieblingen, begeistert durch seine geschmeidige Kampfesweise, zeigt sich in Angriff oder Abwehr gleichermaßen versiert. Gegen Fernando Mahmooud sammelte der Moldauer seine Wertungen mit Beinangriffen, wehrte einen gegnerischen Angriff durch einen verkehrten Hüftwurf ab. Das kann nicht jeder. Begeisterung auf den Rängen über den 16:0-Sieg durch technische Überlegenheit, erkämpft nach 4:54 Minuten. Da fiel es auch nicht ins Gewicht, dass Serdar Durmus beim Stand von 6:6 nach einer halben Minute verletzt aufgeben musste, die Punkte an die KG Baienfurt-Ravensburg gingen.

Playoff-Runde kommt mit jedem Sieg näher

 „Das war ein verdienter Sieg. Wir haben in dieser Saison eine starke Mannschaft. Wir konnten uns verstärken. Und wenn unsere verletzten Sportler wieder zurück sind, dann sind wir noch stärker. Das Ziel Playoff-Runde kommt mit jedem Sieg näher“, sagt Bundesliga-Trainer Tino Hempel. In der Bundesligatabelle liegen die Greizer punktgleich mit 4:0 Zählern hinter dem SC Kleinostheim und der SVG Weingarten auf Platz drei.

Den Saison-Auftaktkampf hatte der Aufsteiger beim ASV Urloffen mit 17:6 gewonnen, ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. „Wir werden als Mannschaft noch stärker zusammenwachsen“, sagt der Trainer, „auch wenn ich dem einen oder anderen unserer Ringer ab und an eine nicht so schöne Botschaft überbringen muss.“

Ringen Greiz
Voll dabei: Die Greizer Ringer-Trainer Tino Hempel (links) und Toni Stade beim Bundesligakampf gegen die KG Baienfurt-Ravensburg.© René Röder

Verletzungspech: Team musste umgebaut werden

Dieses Mal traf es Maximilian Kahnt, den der Trainer aus dem Aufgebot nahm. Alexandru Solovei, U23-Europameister, meldete sich am Donnerstag verletzt ab. „Da musste ich die Mannschaft umbauen. Da hatte ich eine schlaflose Nacht“, sagt der Coach. Maximilan Kahnt hatte sich schon voller Eifer auf den Bundesligakampf vorbereitet.

Lucas Kahnt schuldet seinem Trainer ein Essen

Auch sein Bruder Lucas Kahnt hatte es schwer – weil er zu leicht war. Der Greizer will in die olympische Gewichtsklasse bis 86 kg hineinwachsen, musste am Samstag aber noch eine Gewichtsklasse nach oben klettern. Neuzugang Erik Thiele plagt sich mit einer Fußverletzung herum. Der 30-Jährige konnte schon im April bei der Ringer-EM in Tirana nicht starten. Also musste Lucas Kahnt im Limit bis 98 kg auf die Matte. Sein Gegner, der U23-Europameister und Olympiastarter Radu Lefter, war ein schwerer Brocken, brachte fast 12 Kilo mehr auf die Waage.

Lucas Kahnt stellt sich in den Dienst der Mannschaft

„Ein Sieg wäre eine große Überraschung gewesen, doch ich wollte die Niederlage in Grenzen halten. So kann ich als Verlierer für die Mannschaft gewinnen“, sagt Lucas Kahnt, in diesem Jahr deutscher Vizemeister im Limit bis 86 kg. „Ärgerlich, dass ich kurz vor Schluss noch eine Wertung abgegeben habe. Da waren es dann doch drei Mannschaftspunkte für den Gegner“, sagt Lucas Kahnt nach der 0:8-Niederlage.

War die abgegebene Wertung kurz vor Schluss schon ärgerlich, ist er nun auch seinem Heim-Trainer Zsombor Gulyas ein Essen schuldig. „Die Wette war, gebe ich zwei Punkte ab, zahlt der Coach, sind es mehr, bin ich dran“, sagt Lucas Kahnt.  

Richtungsweisend der Kampf von Moritz Langer

Sechs der zehn Kämpfe gewannen die Greizer – hart erarbeitet. Richtungsweisend war der 8:0-Erfolg von Moritz Langer vor der Pause. „Mein Auftrag war, den Kampf unbedingt deutlich zu gewinnen, da jeder Punkt am Ende zählt“, sagt Moritz Langer.

„Mit sicheren Aktionen wollte ich den Kampf dominieren, das ist mir gelungen“, sagt der 71-kg-Freistilringer. Druck habe er sich nicht gemacht. „Wenn ich in die Halle komme, die Fans höre, dann vergesse ich, was vorher war, da will ich nur noch kämpfen.“ Moritz Langer geht in die fünfte Saison für den RSV Rotation Greiz. „Ich bin schon ein Greizer“, sagt er und lacht.