Aufsteiger 1. SC Heiligenstadt hat nach dem Fußball-Oberliga-Duell gegen den zweiten Thüringer Vertreter FC Einheit Rudolstadt wieder neue Hoffnung im Kampf um den Klassenerhalt geschöpft. Vor 358 Zuschauern kamen die Heiligenstädter, die zuletzt beim FC Grimma böse mit 0:4 unter die Räder gekommen waren, zu einem 2:1 (1:1)-Erfolg und feierten damit ihren dritten Saisondreier.

Und das, obwohl die Hausherren ab der 63. Minute in Unterzahl agieren mussten. Maciej Wolanski, der nach einer guten halben Stunde Rudolstadts Führung durch Justin Smyla (23.) per verwandeltem Foulelfmeter egalisiert hatte (32.), rammte nach einer vergebenen Kopfballchance Rudolstadts Keeper Max Bresemann in der Luft und wurde vom guten Unparteiischen Lucas Leihkauf vorzeitig in die Kabine geschickt (63.).

Spielmacher Schnellhardt trifft zum Sieg

Aber auch mit einem Mann weniger glückte den Eichsfeldern noch der Siegtreffer. Der bärenstarke Spielmacher Fabian Schnellhardt leitete einen schnellen Gegenangriff erst selber ein und vollendete dann, nachdem ein Schuss von Moritz Ruprecht ihm vor den starken linken Fuß gefallen war (75.).

Die Rudolstädter, die mit einem 1:5 im Gepäck gegen Lok Stendal angereist waren und in Heiligenstadt ihre vierte Niederlage in Folge kassierten, blieben auch mit einem Mann mehr weitestgehend harmlos und dezimierten sich in der Endphase auch noch selber: Kapitän Tom Krahnert wurde nach einem Foul an der Eckfahne an Leon Göbel ebenso vor Ablauf der regulären Spielzeit vorzeitig zum Duschen geschickt.

Zudem haderte Rudolstadts Trainer Holger Jähnisch nach dem Spiel mit dem gegen sein Team verhängten Strafstoß. Heiligenstadts Kapitän Elias Gorges war nach einer Ecke im Strafraum zu Fall gekommen. Referee Leihkauf ahndete ein strafbares Halten und zeigte auf den Punkt.

Dem ebenfalls als Joker gekommenen Marco Riemer wäre in der 84. Minute fast noch das 2:2 geglückt. Riemer hatte den gegnerischen Tormann Aleksandar Stankovic mit seinem Linksschuss aus rund zehn Metern zwar schon überwunden, aber Heiligenstadts Hüne Artur Voilenko klärte noch auf der Linie.

Im ersten Durchgang erspielten sich beide Mannschaften nur in überschaubarem Maße Gelegenheiten. Rudolstadt agierte in den ersten 20 Minuten gefälliger, ohne jedoch zwingend zu sein. Beim Einheit-Führungstreffer durch Stürmer Smyla half SCH-Keeper Stankovic kräftig mit: Der Serbe segelte unter einer Ecke durch, die lange in der Luft war, und gab Smyla so die Gelegenheit, am zweiten Pfosten einzuköpfen.

Bei Rudolstadt kehrte ein Spieler in seine alte sportliche Heimat zurück: Der polnische Abwehrmann Szymon-Jan Frackowiak war früher für die Heiligenstädter am Ball, damals jedoch noch in der Thüringenliga.