Nach dem Spiel wurde es deftig. Die Heiligenstädter Spieler Moritz Ruprecht und Martin Fiedler bedienten sich am Buffet. Bratwurst und Steak schmeckten den Spielern von Fußball-Oberligist 1. SC Heiligenstadt (SCH) nach dem Thüringen-Duell gegen den FC Einheit Rudolstadt besonders gut. Klar, denn das enorm wichtige 2:1 (1:1) des Aufsteigers aus dem Eichsfeld setzt im Kampf um den Klassenerhalt neue Euphorie und Motivation frei.
Rudolstadts Trainer Holger Jähnisch hatte für derartige Leckereien kein Auge. Das Essen wäre ihm im Gesundbrunnenstadion nach der vierten Niederlage in Folge wohl auch im Hals stecken geblieben. In Überzahl – Heiligenstadts Maciej Wolanski hatte in der 63. Minute nach Foul an Einheit-Torwart Max Bresemann die gelb-rote Karte gesehen – hatte es seine Mannschaft nicht geschafft, die Partie für sich zu entscheiden.

Im Gegenteil. Der numerisch unterlegene Kontrahent kontert sich ins Glück, weil der starke Spielmacher Fabian Schnellhardt den Gegenstoß erst selber einleitete und dann aus kurzer Distanz zum 2:1-Siegtreffer vollendete (75.). Für Rudolstadt, das im Eichsfeld nach einem Torwartfehler durch einen Kopfballtreffer von Justin Smyla (23.) in Front gegangen war, bedeutete das Frust, für Heiligenstadt Saisonsieg Nummer drei, alle im heimischen Stadion eingefahren.
Ich bin unfassbar stolz auf die Mannschaft
Elias Gorges, Kapitän des 1. SC Heiligenstadt
„Ich bin unfassbar stolz auf die Mannschaft“, sagte SCH-Kapitän Elias Gorges, der aus der Innenverteidigung ins zentrale defensive Mittelfeld gerückt war und dort nicht nur nach Meinung seines Trainers Benedikt Seipel für viel Stabilität gesorgt hatte. Es kam nicht von ungefähr, dass Gorges vor dem Elfmeter zum 1:1 durch den späteren Sünder Wolanski (32.) nach einem Eckball zu Fall gekommen war.
Schiedsrichter Lucas Leihkauf hatte ein Halten an Gorges erkannt und auf den Punkt gezeigt. „Er war zu lange an mir dran, und dann nimmt man das natürlich gerne mit“, erklärte Gorges hinterher verschmitzt.
Rudolstadts Trainer schimpft über „Witz-Elfmeter“
Der Elfmeterpfiff brachte hingegen Rudolstadt-Coach Jähnisch in Rage. „Für mich ist das ein Witz-Elfmeter“, schimpfte er nach dem Abpfiff. Nahm allerdings auch seine Akteure nicht von Kritik aus: „Wir wollten ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt. Das ist uns in den ersten 25 Minuten auch ganz gut gelungen. In Überzahl hatten wir aber eine schlechte Ballzirkulation, waren oft zu kompliziert, haben es nicht geschafft, Chancen zu kreieren.“
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Die dickste Möglichkeit hatte noch der eingewechselte Marco Riemer, dessen Linksschuss Heiligenstadts Abwehrhüne Artur Voilenko noch auf der Linie klären konnte (84.). Insgesamt kam aber von den Ostthüringern zu wenig. Auch vom Ex-Heiligenstädter Szymon-Jan Frackowiak.
„Bis zum 1:0 für uns war alles in Ordnung. Aber am Ende dürfen wir mit einem Mann mehr kein Gegentor bekommen“, haderte auch der Routinier und ehemalige Jugendnationalspieler Namibias, Manfred Starke. Dass Kapitän Tom Krahnert in der 89. Minute nach einem Foul an der Eckfahne noch die Ampelkarte sah, machte einen gebrauchten Rudolstädter Tag perfekt.
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Zum Lamentieren hatte Heiligenstadts Coach Benedikt Seipel nach dem dritten Saisonsieg derweil keinen Grund. Lediglich der Gegentreffer nach einem Standard ärgerte ihn. „Das hatten wir in der Woche im Training als Thema.“
Ansonsten zollte Seipel seinen Jungs nach dem Erfolgserlebnis vor 358 Zuschauern aber viel Lob: „Wichtig war es, nach dem Gegentor schnell zurückzukommen. Wir haben gute Mittel gewählt. So groß, wie die Mängel gegen Grimma waren, so groß war gegen Rudolstadt die Moral.“









