Nach dem Heimspiel gegen Budissa Bautzen sanken die Spieler von Fußball-Oberligist 1. SC Heiligenstadt (SCH) enttäuscht und entkräftet zu Boden. Wieder mal hatten die Jungs von Trainer Benedikt Seipel viel investiert, aber wieder mal hatte das nicht gereicht: Am Ende der 94 Minuten stand eine 2:3 (0:2)-Niederlage.

Zwar ist der Abstieg rechnerisch bei acht Punkten Rückstand auf Bischofswerda und Stendal auf den Plätzen 14 und 13 bei noch drei ausstehenden Partien noch nicht definitiv. Aber an derartige Wunder glaubt in Heiligenstadt niemand.

Fußball-Oberliga, Saison 2025/26, 1. SC Heiligenstadt gegen Budissa Bautzen (2:3) am Sonntag, 3. Mai 2026
Guter Auftritt: Heiligenstadts ukrainischer Angreifer Denys Akhtyrskyi (rechts) trifft zum zwischenzeitlichen 1:3.© Michael Apel

Nach Kräften gewehrt, aber erfolglos

Gerüchte zufolge wollen mehrere Mannschaften in der kommenden Saison jedoch nicht mehr für die Oberliga melden. Der Nordostdeutsche Fußball-Verband hat dazu noch nichts Offizielles vermeldet. In den Regularien ist verankert, dass der Tabellenletzte definitiv absteigt.

Die Partie gegen Bautzen –der Gegner war zwei Tage zuvor noch in Stendal (1:1) im Einsatz gewesen– erinnerte an so viele Heiligenstädter Spiele in dieser unglücklichen Saison. Die Eichsfelder wehrten sich nach Kräften, und hinterher konnte man das Gefühl haben, dass mehr möglich gewesen wäre. Allerdings hätte auch Bautzen noch viel häufiger treffen können. Der Auswärtssieg der Sachsen war keinesfalls unverdient.

Es gibt viele Bereiche und Phasen, in denen wir kein Oberliganiveau haben.

Benedikt Seipel, Trainer des 1. SC Heiligenstadt

„Es gibt viele Bereiche und Phasen, in denen wir kein Oberliganiveau haben“, gab Heiligenstadts Trainer Benedikt Seipel zu. Allerdings fehlten dem SCH auch gleich zehn Akteure. Alexander Aschoff und Fabio Dornieden absolvierten ihr erstes Oberligaspiel von Beginn an respektive insgesamt, und auch der Ukrainer Denys Akhtyrskyi war erstmals dabei.

Und hinterließ einen starken Eindruck. Nicht nur wegen seines Treffers zum 1:3 (73.), den er nach Pass des eingewechselten Maciej Wolanski nach Dribbling am Torwart vorbei markierte. Als Wolanski kurz darauf per Traumtor in den Winkel aus 25 Metern auf 2:3 stellte (75.), wackelte Bautzen, fiel aber nicht, da Keliano Tavares seinen Kopfball in der zweiten Minute der Nachspielzeit nicht auf das gegnerische Gehäuse brachte.

Viele Chancen Bautzens nach der Pause

Der Siebte Bautzen hatte es vor 261 Zuschauern nach 2:0-Pausenführung in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel versäumt, alles klar zu machen. Kapitän Jannik Käppler scheiterte mit seinem Volleyversuch aus kurzer Distanz an SCH-Schlussmann Aleksandar Stankovic (50.), der einige starke Paraden zeigte, aber bei gegnerischen Ecken zweimal wackelte und und es auch bei Bautzens Führungstreffer durch David Rohlik versäumte, nach einem langen Pass energischer aus seinem Kasten zu eilen (23.).

Nachdem Lukas Hanisch ebenfalls per Volleyschuss in Stankovic seinen Meister gefunden hatte (54.), machte es Bautzens Nummer 9 vier Minuten später und schob nach energischem Antritt und damit zur vermeintlichen Entscheidung ein (58.).

Anschließend drehte der SCH noch einmal auf, doch mehr als zwei Treffer wurden es nicht, und damit bleibt auch der Punktestand bei mageren 16 Zählern. „In der ersten Halbzeit hatten wir so viele Torschüsse wie Bautzen. Wir betreiben einen hohen Aufwand, belohnen uns aber nicht“, konstatierte Coach Seipel.

Doppelt ärgerlich aus Sicht der Hausherren: Das 0:2 aus ihrer Sicht fiel in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit und damit zu einem unglücklichen Zeitpunkt, und zudem noch nach einem Standard: Die Freistoßflanke aus dem Halbfeld war gefühlt ewig in der Luft, ehe Rohlik per Kopf seinen Doppelpack markierte (45.+2).