Zwei verschiedene Schuhe und dennoch eine Leistung aus einem Guss: Mike Mitchell Jr. traf für die CATL Basketball-Löwen Erfurt, wie er wollte. 38 Punkte schenkte er den Oberhaching Tropics ein. Doch jubeln durften die Gäste: Sie gewannen mit 83:77 und fügten den Löwen in der Pro B Süd die sechste Pleite im achten Spiel zu.

Dabei zeigte der US-amerikanische Point Guard, der kurioser Weise mit zwei verschiedenen Schuhen spielte, schon im ersten Spielabschnitt seine überragenden Qualitäten. 19 der 28 Erfurter Punkte erzielte der 23-jährige im ersten Viertel selbst, von seinen sechs Drei-Punkte-Würfen fanden fünf den Weg in den Korb.

Von seinem Trainer Florian Gut konnte er sich nach dem Spiel ein Sonderlob abholen: „Mike hat unsere Offensive heute von Anfang an getragen und sehr gut aus verschiedensten Positionen getroffen. Das war sehr wichtig für unsere Mannschaft.“ Auch Gästetrainer Mario Matic staunte nicht schlecht und kommentierte nahezu jeden Korb von Mitchell mit einem ungläubigen Schulterzucken.

Fehlende defensive Stabilität

Dennoch setzte sich bei den Löwen ein leidiges Thema weiter fort: Die vom Coach eingeforderte defensive Stabilität und Konsequenz fehlte auch im Heimspiel am Freitag. Immer wieder rief Gut mit seinen Gesten am Seitenrand zur Kompaktheit auf, meist mit aber wenig Erfolg. „Die Defensive ist einfach das Wichtigste im Basketballsport. Wir müssen ab sofort Tag für Tag dringend daran arbeiten, dass wir uns dort mehr Sicherheit erarbeiten und Selbstvertrauen dazugewinnen“, so der Trainer. „Außerdem fehlt es uns aktuell ein wenig an der Durchhaltekraft über 40 Minuten, das war sowohl heute als auch schon gegen Ulm entscheidend. Wir müssen uns die Energie holen, dass wir über die komplette Spielzeit vorne wie hinten konsequent agieren können“, so Gut weiter.

In der Pause vor dem letzten Viertel fiel die große Anzeigetafel der Riethsporthalle aus, eine kleine Tafel am Schiedsgericht musste reichen.
In der Pause vor dem letzten Viertel fiel die große Anzeigetafel der Riethsporthalle aus, eine kleine Tafel am Schiedsgericht musste reichen.© Petrick Smerling

Eine Kuriosität hatte das Spiel noch in der Pause vor dem letzten Viertel zu bieten, als die Anzeigetafel der Riethsporthalle ausfiel. Mit einer kleineren elektronischen Tafel auf dem Tisch des Schiedsgerichts wussten sich die Löwen aber zu helfen. Am Ende zeigte die Tafel ein weiteres mal ein negatives Ergebnis für die Löwen an. Den Unmut ihres Trainers konnte man in der letzten Auszeit des Spiels wahrnehmen, als er etwas deutlicher mit der Mannschaft kommunizierte.

Bereits am Sonntag können es die die Erfurter beim TV Langen besser machen, das nächste Heimspiel ist erst in drei Wochen gegen Leitershofen.