Seine Ankündigung, in den verbleibenden Spielen in der Fußball-Regionalliga Nordost etwas ausprobieren zu wollen, machte Fabian Gerber nachdrücklich wahr. Auf fünf Positionen hatte der Trainer des FC Rot-Weiß Erfurt beim Heimspiel gegen den SV Babelsberg 03 die Startelf gegenüber dem bitteren und die Erfurter endgültig aus dem Titelrennen eliminierenden 1:2 bei Primus Lok Leipzig verändert. Überraschend, aufgrund seiner zuletzt nicht immer sattelfesten Leistungen jedoch nachvollziehbar, gehörte auch Stammkeeper Lorenz Otto zu den sechs auf die Bank Verbannten. Für ihn durfte der 20-jährige Jaden Rodtnick sein erstes Ligaspiel von Beginn an bestreiten.
Nach drei Minuten kam der erste gefährliche Ball auf Rodtnicks Tor, landete aber am Außennetz. Die Gäste aus der Filmstadt starteten gefälliger, die neuformierten Rot-Weißen brauchten ein paar Minuten, um sich zu sortieren. Zwei Arrivierte sorgten für die erste gefährliche Szene vor dem Babelsberger Tor – und direkt für die Führung: Beim Freistoß an der Strafraumgrenze legte Benjika Caciel mit der Sohle vor, sodass Marco Wolf einen besseren Winkel und weniger Babelsberger Mauer vor sich hatte und den Ball herrlich ins lange Eck drehte (9.).
Babelsberg gleicht aus und hat danach Oberwasser
Das 1:0 brachte den Erfurtern Sicherheit. Sie bestimmten in den folgenden Minuten das Geschehen, ohne sich nennenswerte Chancen zu erarbeiten. Die hatten auch die Gäste nicht, sodass sich Rodtnick nur einmal auszeichnen konnte. In der 36. Minute war er dann chancenlos: Eine Flanke von links nahm Maurice Covic, Sohn des einstigen Bundesligaspielers Ante Covic, stark mit der Brust mit und köpfte den Ball Richtung zweiten Pfosten, wo ihn Tobias Hasse zum Ausgleich über die Linie drückte. Nach dem 1:1 waren die Gäste bis zur Pause am Drücker, Rodtnick verhinderte im Eins-gegen-Eins gegen George Didoss stark den Rückstand für Erfurt (45.).
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Auch in die zweite Hälfte startete Babelsberg mit zwei gefährlichen Distanzschüssen besser. Kurios wurde es in der 54. Minute: Der erst zur Pause eingewechselte Kenny Weyh kam gegen Wolf zu spät und traf ihn am Knöchel. Referee Christopher Gaunitz schien den Babelsberger erst ohne Karte davonkommen zu lassen, zückte nach einiger Überlegung aber sogar glatt Rot – eine harte Entscheidung. Die Überzahl nutzte Erfurt nur wenige Sekunden später: Stanislav Fehlers Flanke von links köpfte Kapitän Til Linus Schwarz zum 2:1 ins rechte Eck (55.).
Pfosten verhindert 3:3, dann schlägt der Joker zu
Nachdem Rodtnick zu einer Flugparade gezwungen wurde, bestimmten die Rot-Weißen wieder das Geschehen. Mit einer Kopie des 2:1, nur diesmal von der rechten Seite und ins linke Eck vollendet, köpfte der bis dahin blasse Raphael Assibey-Mensah eine Caciel-Flanke zum 3:1 ein (66.).
Doch es wurde noch einmal eng: Kurz nachdem Rodtnick toll pariert hatte, war er gegen Gian Luca Schulz machtlos – nur noch 3:2 (82.). Sekunden später klärte er zum Gegner, der aber nur den Pfosten traf. Erst als Joker Obed Ugondu auf die Reise geschickt wurde, den Gegenspieler wie eine lästige Fliege abschüttelte, den Keeper umkurvte und zum 4:2 traf (84.), war das kurzweilige Spiel zugunsten der Gastgeber entschieden.






