Es war ein Krisenduell, das am vergangenen Samstag auf dem Sportplatz in der Erfurter Grubenstraße anstand. Herbstmeister FC Erfurt Nord, in sechs Rückrundenspielen der Landesklasse-Staffel 2 erst mit fünf mickrigen Pünktchen und deshalb nur noch Tabellenvierter, empfing den FSV Kölleda, der nach der Hinrunde noch in Schlagdistanz zur Spitze lag, seitdem aber in sechs Spielen nur vierfach punktete und somit keine Chance mehr im Aufstiegsrennen hat.
Doch speziell in der ersten Hälfte zeigten die Kölledaer wie beim 6:0-Befreiuungsschlag zuletzt gegen Bad Tennstedt ihre Spiel- und Konterstärke. „Dennoch hätten wir zu Beginn 0:2 zurückliegen können“, verwies FSV-Coach Marco Schmeißer auf die Nord-Führung durch Kliem nach langem Ball (7.) und den Elfmeter der Gastgeber, den sein Torwart Jannik Koch parierte. Danach schlugen die jungen Gäste dreimal durch Pauli, Weilert und Silberhorn zur 3:1-Pausenführung zu.
Nord nun schon sieben Punkte hinter der Spitze
Weil die Kölledaer aber in Hälfte zwei trotz Rot für Nord (75.) laut Schmeißer „völlig den Faden verloren“, bedurften sie einer Glanzleistung von „Hexer“ Koch. Mit einigen Paraden hielt er den Vorsprung, ehe Meyer für Nord spät verkürzte (82.), aber Ex-RWE-Junior Weilert einen der vielen Konter zum 4:2-Enstand für die Gäste nutzte. Somit liegt Nord nun schon sieben Punkte hinter der Spitze.
Der Tabellenzweite Walschleben, der nach dem 1:1 im Topspiel bei Primus Sondershausen als Zweiter weiterhin zwei Punkte Rückstand hat, erhielt am Samstag gleich doppelt Schützenhilfe von Teams aus dem Fußballkreis Erfurt-Sömmerda. Neben jener der Kölledaer parallel auch vom FC Borntal Erfurt: Der aufmüpfige Aufsteiger zog mit dem 3:2 gegen den Dritten Wüstheuterode mit Nord gleich und verhalf Walschleben zum Sprung auf den Vizeplatz.
Freytag sieht Gelb-Rot, Ehrhardt die fünfte Gelbe
„Das waren geile drei Punkte nach der beschissenen Leistung gegen Mühlhausen“, freute sich Borntal-Coach Sascha Ehrhardt mit markigen Worten über den Heimsieg. Dabei ging sein Team kurz vor dem Pausenpfiff nach einer Ecke in Führung, verschlief aber den Start in Hälfte zwei und geriet mit 1:2 ins Hintertreffen. Doch mit direkt verwandelter Ecke glich Herrmann aus (79.), ehe dem gerade eingewechselten Youngster Heyder mit abgefälschtem Schuss der Siegtreffer gelang (85.).
Kurios: Im nächsten Spiel stehen die Borntaler ohne ihr Trainerduo da. Ehrhardt sah die fünfte Gelbe, Sören Freytag Gelb-Rot.
Im Abstiegskampf hätte indes der SV Großrudestedt einen vorentscheidenden Schritt aus dem Keller machen können. Doch beim bisherigen Schlusslicht Bad Tennstedt verlor die Elf von Nico Rödiger mit 1:2 und bleibt ob der unklaren Absteigerzahl gefährdet. „Wir waren nur die letzte halbe Stunde gut, vorher war das zu wenig, das reicht dann insgesamt einfach nicht“, bemängelte der Trainer. Auch für Motor Gispersleben bleibt die Lage nach dem 0:1 beim Drittletzten Artern prekär.



