Wenn Dionysios Xenos auf Englisch Anweisungen gibt, herrscht Ruhe in der Waltershäuser Halle. Gespannt lauschen die Karatekas den Worten des ehemaligen Europameisters aus Griechenland, der bei der siebten Auflage als Gasttrainer geladen ist.

Vier Trainer leiten die Karate-Einheiten

Unter ihm, aber auch Noah Bitsch, Florian Haas und Christian Grüner findet das „Champions Camp Kumite“ bei Bushido Waltershausen statt. Längst hat sich die Veranstaltung etabliert und lockt die besten Nachwuchskämpfer aus Deutschland und anderen Ländern an. 150 aus 18 Nationen gehen den Übungen über fünf Tage nach und kommen ordentlich ins Schwitzen.

Karate
Volles Haus: 150 Athleten aus 18 Ländern nehmen das Camp wahr.© Thomas Rudolph

„Dionysios zieht seine Einheiten immer Vollgas durch. Da gibt es keine Ruhepausen. Das geht gleich von Null auf 200“, sagt Noah Bitsch. Der Karate-Bundestrainer hat selbst viele Europa- und Weltmeisterschaften erlebt, nahm zudem an Olympia teil. Unter seinen Augen, aber auch denen des Erfurters Swen Sattler, der das Amt des Nachwuchs-Bundestrainers begleitet, sind viele Auswahlathleten Deutschlands nach Waltershausen gekommen. Aus Thüringer Sicht etwa Madeleine Schröter aus Berlstedt, die Erfurterin Hannah Riedel und natürlich auch Mia Bitsch.

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Mia Bitsch am 8. August bei World Games gefordert

Die kleine Schwester Noahs holt sich im Camp den letzten Feinschliff vor den World Games im chinesischen Chengdu. Am Dienstag fliegt das Team nach Hongkong, wo ein weiteres Trainingslager wartet. Dann geht es weiter nach Chengdu, wo die Waltershäuserin am 8. August Farbe bekennen muss.

„Man darf es auch nicht zu groß sehen, weil sonst einfach der Druck zu hoch wird. Aber ich freue mich darauf und versuche, jede Sekunde zu genießen und das Bestmögliche mitzunehmen“, sagt Mia Bitsch. Acht Konkurrentinnen gehen in der Klasse bis 55 Kilogramm in jeweils zwei Gruppen an den Start, zwei schaffen es ins Halbfinale. Als amtierende Europameisterin hat die 21-Jährige durchaus gute Chancen auf eine Medaille.

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Die Erfurter Europameisterin Hannah Riedel (rechts) bei der Trainingseinheit.© Thomas Rudolph

Großes Ziel: Medaille gewinnen

Bleibt sie verletzungsfrei, kann es nach ganz oben gehen. „Es könnte der Hammer werden, aber natürlich kann auch genau das Gegenteil passieren. Für mich persönlich war es tatsächlich immer besser, im K.o.-System zu kämpfen, weil man wirklich jede Runde wusste, wenn du es jetzt nicht packst, bist du raus“, erklärt sie kleine, aber feine Unterschiede.

Noch weiß Bitsch nicht, welche Gegnerinnen auf sie zukommen. Aber das ist auch nebensächlich. Wer den Titel, Ruhm und Medaillen möchte, muss bekanntlich jeden schlagen.

„Ich konzentriere mich immer auf meine Stärken. Aber natürlich weiß man, dass man gegen manche Gegnerinnen fast immer gewonnen hat. Und ich habe auch ein, zwei Gegner, gegen die habe ich noch nie in meinem Leben gekämpft. Und dann ist da natürlich immer der erste Kampf, der ein wenig tricky ist, weil man nicht so wirklich weiß, was der andere macht“, blickt sie voraus.

David Möller zeigt sich beeindruckt

Dass sie sich in guter Verfassung befindet, bekommt am Freitagmittag auch David Möller zu spüren. Der einstige Weltklasse-Rennrodler, seit geraumer Zeit Sportstaatssekretär des Freistaates, macht sich im Rahmen eines Besuches ein eigenes Bild. Mit einem dicken Polster ausgestattet, lässt er einige Tritte und Aktionen der Waltershäuserin über sich ergehen und ist beeindruckt.

Bevor die nächste Trainingseinheit beginnt, gibt er den Sportlern und Sportlerinnen noch ein paar aufwärmende Worte auf den Weg. Er bescheinigt dem Camp „Weltklasseniveau“. Ein weiterer Ansporn für den Nachwuchs, die letzten Körner rauszulassen.