Auf die einfachste, aber auch kuriose Weise machten die Blue Volleys Gotha am Samstagabend den Einzug in die Halbfinal-Play-offs der 2. Volleyball-Bundesliga perfekt. Ein Aufschlag der Giesener misslang völlig und sauste weit über das Spielfeld hinaus und ließ bis auf die mitgereisten Anhänger alle Fans in der restlos ausverkauften Ernestiner-Sporthalle jubeln.

25:18 endete der zweite Satz, bereits den ersten hatten die Gothaer mit 25:21 für sich entscheiden können. Da das Team von Robert Werner das Hinspiel bei den Grizzlys II vor einer Woche bereits mit 3:0 gewann, stand das vorzeitige Weiterkommen fest – unabhängig davon, wie der weitere Spielverlauf ausgehen würde.

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Gothas Trainer nahm die 2:0-Satzführung zum Anlass, das komplette Team auszutauschen. „Auch die, die am Anfang nicht gespielt haben, haben es sich natürlich verdient zu spielen. Im Training ist es sehr eng und die Entscheidungen vor dem Spieltag, wer aufs Feld geht, sind auch für mich schwierig. Natürlich war die Situation für uns angenehm. Ich konnte den Jungs Spielpraxis geben und zum anderen die Belastung steuern. Die, die letzte Woche schon viel gespielt haben und heute die ersten beiden Sätze, sollten ihre Pause kriegen“, erklärte Werner die im Volleyball riesige, untypische Rotation.

Fast wäre diese auch komplett aufgegangen. Im dritten Satz führte Gotha, ließ sich den Durchgang aber vor allem durch Annahmefehler noch mit 23:25 nehmen. Im vierten Satz war der Gastgeber jedoch stets Herr der Lage und brachte den 3:1-Sieg durch ein 25:20 unter Dach und Fach.

Talent macht auf sich aufmerksam

Unter den „Neuen“ auf dem Feld stand mit Magnus Kühn auch ein ganz junges Gesicht. Der waschechte Gothaer spielt eigentlich in der Regionalliga-Zweiten des Vereins, brachte sich aber mit guten Leistungen ins Gespräch und legte – wenn man vom Aufschlag etwas absieht – ein gutes Debüt hin. Mit einem ersten Punkt per Block brachte er sich prächtig ein und wurde von den Mitspielern gefeiert.

21.12.2025, GER, Volleyball, 2.BL Maenner Sued, Saison 2025/2026, Blue Volleys Gotha - L.E. Volleys
Trainer Robert Werner lobt Talent Magnus Kühn.© Christian Heilwagen

„Er ist ein sehr interessanter Jugendspieler, der erst seit zwei, drei Jahren spielt. Dadurch, dass Tomasz Gorski ja relativ frühzeitig gegangen ist oder gehen musste, war jetzt immer so ein bisschen diese vierte Mittelblockposition frei. Und da ist es natürlich super, wenn wir Jungs in der Regionalliga haben. Es ist ja nicht nur Magnus, sondern Leonard Rieder, der immer mal mit oben gespielt hat. Die Jungs machen das gut im Training. Klar ist es ein großer Schritt. Aber es ist natürlich auch super, wenn man solche Spiele hat und in so einem Spiel Magnus die Möglichkeit geben kann zu spielen“, lobte Werner das Talent.

Für die Blue Volleys steht der Halbfinal-Konkurrent derweil schon fest. Dresden erledigte seine Aufgabe gegen die TuS Mondorf und die Fans dürfen sich nun auf zwei Ostduell-Knaller freuen. Zunächst wird in Dresden gespielt (11. April), eine Woche später steigt das Rückspiel in Gotha. „Ganz schwer, hier einen Favoriten zu finden. Jedes Spiel ist jetzt 50:50. Wir können uns auf zwei richtig geile Spiele freuen“, blickt der Coach voraus. In der Liga gewannen beide Teams ihre jeweiligen Heimspiele mit 3:0.