Die Hallenlandesmeisterschaft des Thüringer Fußball-Verbandes, die nach Futsal-Regeln ausgetragen wird, startet im Januar 2026 in vier leicht regionalisierten Vorrundengruppen. Titelverteidiger SV 09 Arnstadt ist wieder dabei, gilt auch dieses Mal als großer Favorit Zudem gehen auch drei Kreisligisten das Abenteuer an. Neben dem Überraschungs-Vorjahresdritten Spfrd. Elxleben/Marlishausen sind dies auch Fortuna Großschwabhausen und der amtierende Mittelthüringer Hallenkreismeister SV 70 Tonndorf.

Tonndorfs historischer Hallen-Coup

Tonndorf hatte sich im Februar in der Weimarer Asbachhalle bei der Hallenkreismeisterschaft sensationell in Szene gesetzt und sowohl im Halbfinale gegen Großschwabhausen als auch im Finale gegen den VfB Oberweimar im Siebenmeterkrimi Nerven wie Drahtseile bewiesen. Weil Trainer Michael Prokopp zu diesem Zeitpunkt im Urlaub war, heimste Co-Trainer Willi Neumann mit seinen Männern gebührend und ausgelassen die Lorbeeren ein. Auf der sonntäglichen Heimfahrt legte das Meisterteam wenigstens noch einen Stopp am Döner-Imbiss ein – weil sonst schon alles geschlossen war.

Der VfB Oberweimar mit Florian Rammelt (rechts) musste dem SV 70 Tonndorf und Luis Menge – da noch Kreisklässer – in der Halle im Februar den Vortritt für ein Novum lassen.
Der VfB Oberweimar mit Florian Rammelt (rechts) musste dem SV 70 Tonndorf und Luis Menge – da noch Kreisklässer – in der Halle im Februar den Vortritt für ein Novum lassen.© René Röder

Neumann wusste da bereits, dass dieser 2. Februar 2025 etwas Besonderes war. „Noch nie hat eine Mannschaft aus der 1. Kreisklasse die Hallenkreismeisterschaft gewonnen“, wusste er nach Turnierschluss schnell – ein kleines Stück Fußballgeschichte. Die entscheidende Frage folgte prompt an den Turnierleiter: „Sind wir dann nun auch bei der Landesmeisterschaft dabei?“

„Natürlich. Nächstes Jahr seid ihr als Kreismeister für die Vorrunde gesetzt“, antwortete Sven Wenzel, stellvertretender KFA-Vorsitzender und Spielausschuss-Chef – und löste damit ein mittelschweres Beben in der Tonndorfer Kabine aus.

Schwierige Suche nach Teilnehmern

Wenzel kennt die Sorgen rund um die Hallenlandesmeisterschaften nur zu gut. Jahr für Jahr gestaltet sich die Zusammenstellung der Starterfelder schwierig. Auch diesmal war es nicht anders, weshalb nach dem bis Mitte November verlängerten Meldeschluss Vereine gezielt „angesprochen“ werden mussten, ob sie teilnehmen möchten.

Die Bereitschaft höherklassiger Mannschaften ist eher dürftig – eigentlich unerklärlich, wenn man sieht, was bei den Endrunden auf Kreis- oder Landesebene zuletzt, etwa in Apolda oder Weimar, geboten wurde. Die Ränge sind gut gefüllt, die Spiele kurz, intensiv und mitreißend.

Fortuna mit Heimturnier und doppelter Ehre

So kam auch der dritte Kreisligist, Fortuna Großschwabhausen, zu seiner fußballerischen „Greencard“ – und gleich doppelt zu Ehren. In Großschwabhausen findet das Eröffnungsturnier der Hallenlandesmeisterschafts-Vorrunde statt. Insgesamt umfasst diese vier Turniere mit 20 Teams; ursprünglich hatte der Thüringer Fußball-Verband sogar sechs Turniere mit 24 Mannschaften geplant.

Am Sonnabend, 17. Januar, sind in Großschwabhausen neben Fortuna die BSG Chemie Kahla, OTG 1902 Gera sowie zwei noch nicht benannte Teams aus dem KFA Jena-Saale-Orla am Start. Tags darauf sind in Friedrichroda Lok Gotha, der 1. Suhler SV, der FC 02 Barchfeld, der FSV Goldlauter und der SV 08 Westhausen gefordert.

Zwei weitere Vorrunden steigen in Elxleben bei Walschleben. Dort treffen am Sonnabend, 25. Januar, ab 10 Uhr Preußen Bad Langensalza, der TSV Kerspleben, die FSG 99 Salza-Nordhausen, Kreisligist Spfrd. Elxleben/Marlishausen und der SV 70 Tonndorf auf dem Kunststoffbelag aufeinander. Ab 14 Uhr greift Titelverteidiger SV 09 Arnstadt ins Geschehen ein – mit Empor Walschleben, dem FC Borntal, der SG An der Lache sowie Vieselbach/Hochstedt.

Hallenfußball als Saison-Turbo

Die Traurigkeit war auch über den verpassten Finalsprung schnell bei Fortuna verflogen. Nun geht der Kreismeisterschaftsdritte auf Landesebene ins Rennen, sogar mit einem Heimturnier.
Die Traurigkeit war auch über den verpassten Finalsprung schnell bei Fortuna verflogen. Nun geht der Kreismeisterschaftsdritte auf Landesebene ins Rennen, sogar mit einem Heimturnier.

Man darf gespannt sein. Für die drei Kreisligisten erwiesen sich die letzten Hallenmeisterschaften bereits als echter „Saison-Turbo“. Elxleben ist aktuell Spitzenreiter der Kreisliga, der SV 70 Tonndorf stieg wie erhofft in die Kreisliga auf und belegt derzeit Rang vier, Großschwabhausen ist Zweiter.

Großschwabhausens Trainer Martin Göbel freut sich schon auf die Hallenlandesmeisterschaft mit seinen Fortuna-Männern.
Großschwabhausens Trainer Martin Göbel freut sich schon auf die Hallenlandesmeisterschaft mit seinen Fortuna-Männern. © René Röder

Fortunas Husarenstreiche 2025 bleiben der 8:7-Sieg im Elfmeterschießen gegen Einheit Rudolstadt II im Halbfinale des Kreispokals – nach einer finalen Elfmeter-Wiederholung – sowie das anschließende denkbar knappe 1:2 im Finale gegen Germania Ilmenau. In dieser Saison schaffte es Tonndorf ins Kreispokal-Halbfinale.

Nun werden alle drei Teams längst an einer neuen Überraschung arbeiten – mit dem Ziel, am 1. Februar in der Dreifelderhalle Apolda zu den acht besten Futsal-Teams Thüringens gehören zu dürfen.