Nach drei Jahren voller Höhen und Tiefen ist Schluss. Patrick Gonnermann hört nach dem letzten Spiel am kommenden Wochenende als Trainer des Fußball-Landesklässlers VfB Artern auf. Dabei spielt der bereits feststehende Abstieg in die Kreisoberliga keine Rolle. Diese Entscheidung traf der Lehrer vom Rande von Leipzig bereits in der Wintervorbereitung und gab dies damals schon der Mannschaft bekannt.

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Für ihn wird der ehemalige Trainer des FSV Wacker Nordhausen, Lars Stolberg, übernehmen. „Natürlich habe ich bis zuletzt auf den Verbleib in der Landesklasse gehofft. Aber auch so verfügt der VfB seit Jahren über eine interessante Mannschaft. Nach Bad Frankenhausen ist Artern der größte Verein meiner Heimatregion und irgendwann soll es auch privat für mich zurückgehen. Da war die Anfrage genau passend“, wird Stolberg auf den sozialen Medien des VfB Artern zitiert.

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Lars Stolberg wird das Traineramt beim VfB Artern übernehmen. © Sebastian Fernschild

Mit Patrick Gonnermann holte der VfB in der vergangenen Saison das Double: Kreismeisterschaft und Pokalsieg. Ein großer Erfolg für den Verein. Aber der Lehrer aus Sachsen kann dieses „Doppelleben“ kaum noch stemmen.

Aufwand zu groß und mit Einstellung unzufrieden

„Der Aufwand, zum Training und zu den Spielen zu kommen, ist für mich riesig. Ich starte in der Woche immer von meiner Schule aus. Diese liegt noch mal 60km hinter Leipzig in Richtung Chemnitz. Ich fahre 170km mit dem Zug, steige dreimal um und muss aufgrund der kurzen Wartezeit teilweise von Bahnsteig zu Bahnsteig rennen, damit ich den nächsten Zug erreiche. Ich bin platt wie eine Flunder“, sagte Gonnermann und fügte an:

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Im vergangenen Jahr gewann der VfB Artern mit Patrick Gonnermann (rechts) den Pokal. © Sebastian Fernschild

„Ich bin sehr gerne unterwegs, reise viel und möchte sportlich selbst wieder aktiver sein. Doch durch den Job als Trainer bin ich etwa 40 Wochenenden im Jahr gebunden. Ich musste so viele andere wichtige Dinge absagen. Mir gefällt die Einstellung der ‚heutigen Generation‘ zum Mannschaftssport nicht so ganz. Während ich von Bahnsteig zu Bahnsteig geflitzt bin, haben manchmal Spieler das Training abgesagt, weil sie zur Oma zum Geburtstag mussten. Das hat mich dann auch ein Stück weit geärgert. Ich mache aber keinem Spieler einen Vorwurf. So ist unsere Gesellschaft mittlerweile. Es fehlt ein wenig der Biss, die Zuverlässigkeit und der Sinn für die Gemeinschaft im sportlichen Amateurbereich.“

Gonnermann betonte aber mehrfach, dass die Gründe ausschließlich bei ihm liegen und er den VfB weiterhin verfolgen wird. „Ich drücke fest die Daumen, dass es Stück für Stück nach vorn geht.“