Der Traum von der Rückkehr in die Handball-Jugendbundesliga ist für den ThSV Eisenach erneut geplatzt. Beim mitteldeutschen Vorrundenturnier in der heimischen Werner-Aßmann-Halle belegten die Wartburgstädter zwar einen starken zweiten Platz, doch das Ticket für die nächste Runde ging an den verlustpunktfreien Turniersieger Dessauer-Roßlauer HV.
Stimmungsvolle Kulisse an beiden Tagen
Dabei war die Bühne bereitet. An beiden Turniertagen sorgten jeweils mehr als 300 Zuschauer für eine stimmungsvolle Kulisse und unterstrichen die Bedeutung des Nachwuchshandballs in Eisenach. Drei Siege gegen den HBV Jena (21:18), die SG Leipziger Verkehrsbetriebe (27:19) und die NSG EHV/NH/Buteo (19:16) standen am Ende zu Buche. Ausschlaggebend war jedoch die deutliche 16:25-Niederlage gegen die starken Talente des Handball-Zweitligisten aus Dessau-Roßlau. Platz 2 reichte dem ThSV Eisenach nicht für ein Weiterkommen. „Ein brutaler Modus“, befindet Mark Dragunski, Nachwuchskoordinator des ThSV.
Zehnte Saison ohne ThSV in der A-Jugendbundesliga
Für Eisenach bedeutet das Aus die Fortsetzung einer langen Wartezeit. Zuletzt spielte die A-Jugend des ThSV in der Saison 2016/17 auf Bundesliganiveau. Wie weit diese Zeit zurückliegt, zeigt ein Blick auf die damaligen Protagonisten: Spieler wie Pascal Küstner, Torhüter Marius Noack oder Tom Kreutzer haben ihre Karrieren inzwischen bereits beendet.
Drei Neuzugänge geben ihr Debüt
Für das so wichtige Heimturnier hatte sich Eisenach noch einmal verstärkt. Mit Julian Sauer und Santiago Rack von der HSG Hanau sowie dem luxemburgischen Nachwuchsnationalspieler Jeffry Hippert kamen drei neue Gesichter hinzu, die sofort Akzente setzten. Vor allem Hippert (15 Treffer) sowie Tim Nothum (19) und Vincent Oelschläger (13) prägten das Offensivspiel der Gastgeber.
„Wir haben alles reingehauen, bis zur letzten Minute gefightet“, bilanzierte Trainer Mark Dragunski. Der Ex-Nationalspieler sah vor allem in der Einstellung seiner Mannschaft einen großen Fortschritt: „Wir haben uns als Einheit präsentiert.“ Gleichzeitig machte er keinen Hehl daraus, dass es im Angriff phasenweise hakte – insbesondere gegen die körperlich starke Defensive aus Dessau.
Dessaus Trainer Matthias Bäurer, einst selbst in Eisenach tätig, sah den Schlüssel zum Erfolg in der Breite seines Kaders. „Nach der Pause hat unsere Bank den Unterschied gemacht“, sagte er rückblickend auf das direkte Duell. Tatsächlich überzeugten die Sachsen-Anhalter über das gesamte Turnier hinweg mit Intensität und Variabilität in der Abwehr. Das stimmt den Turniersieger optimistisch für die nächste Etappe. „Der erste Teil des Wunders ist vollbracht“, hieß es aus Dessau mit Blick auf die nächste Qualifikationsrunde in Nettelstedt.

Anerkennende Worte fanden die Sieger zudem für den Gastgeber: Ein „großer Dank“ gelte dem ThSV Eisenach für die „großartige Ausrichtung des Turniers“, verbunden mit Lob für die Atmosphäre, die durch Unterstützer, Eltern und Fans entstanden sei.
Aktuelle Nachrichten zum ThSV Eisenach:
Dragunski richtet Fokus auf B-Jugend-Qualifikation
Für den ThSV bleibt neben der sportlichen Enttäuschung zumindest die Bestätigung, organisatorisch überzeugt zu haben. Dragunski hob die Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Helfer hervor. Sportlich richtet sich der Blick bereits nach vorn. Am Wochenende 16./17. Mai ist der ThSV Eisenach Gastgeber für die MHV-Qualifikation zur B-Jugend-Bundesliga, und trifft da auf die Altersgefährten der NSG Aue-Chemnitz, des Dessau-Roßlauer HV und des HBV Jena. Darauf fokussiert Mark Dragunski, auch Coach der ThSV-B-Jugend, nun seine Arbeit mit den Eisenacher Talenten.





