Die SG VfB Vacha hat ihr „Finale dahoam“ gekrönt und sich erstmals den Westthüringer Fußball-Kreispokal gesichert. Vor stimmungsvoller Kulisse mit 1095 Zuschauern setzte sich der Kreisoberliga-Zweite in einem packenden Endspiel mit 2:1 (2:0) gegen eine kämpferische SG Hötzelsroda durch. Punkt 17.27 Uhr kannte der Jubel keine Grenzen mehr: Mit dem Abpfiff von Schiedsrichter Jörg Tischer rissen die Vachaer Spieler die Arme hoch, auf den Rängen loderten Bengalos, und aus den Boxen schallte „So sehen Sieger aus“.

Dabei hatte der Favorit mehr Widerstand zu brechen, als ihm lieb sein konnte. Vacha begann spielerisch stark und bestimmte die Anfangsphase. Der Lohn folgte in der 20. Minute: Nach einem sehenswerten Angriff war Tom Schindlhelm frei durch und vollendete zur Führung. Nur acht Minuten später legten die Gastgeber nach. Nach einer Ecke köpfte Bittorf zunächst an die Latte, ehe Linus Pelzetter aufmerksam nachsetzte und ebenfalls per Kopf auf 2:0 stellte.

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Einwechsler Jan-Philipp Valaschek (am Ball) brachte frischen Wind ins Hötzelsrodaer Spiel. © Mike El Antaki

Hötzelsroda stemmt sich gegen die Niederlage

Hötzelsroda zeigte sich jedoch keineswegs geschockt. Noch vor der Pause bot sich Domenik Groppel die große Chance zum Anschluss, doch sein Kopfball verfehlte das Ziel (39.). Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel offen. Zunächst verhinderte Jerome Hildebrandt mit einer artistischen Rettungstat das mögliche 3:0, dann verlor Vacha zunehmend die Kontrolle. Die Gäste wurden mutiger, zweikampfstärker und drängten auf ihre Chance.

Die brachte schließlich ein Joker-Duo. Nach einer Flanke von Jan Philipp Valaschek stand Patrick Fitzner am zweiten Pfosten goldrichtig und traf per Direktabnahme zum 1:2 (60.). Vachas Keeper Lucas Leder war noch am Ball, konnte den Einschlag aber nicht mehr verhindern. Spätestens jetzt entwickelte sich ein echter Pokalfight. Hötzelsroda witterte seine Chance, Trainer Stephan Koch pushte sein Team während der Trinkpause lautstark: „Wir sind dran, macht weiter so.“

In der Schlussphase wurde es dramatisch. In der Nachspielzeit zappelte der Ball sogar im Vachaer Netz – doch der Assistent hatte bereits die Fahne gehoben, Abseits. Kurz darauf war Schluss. Während Vacha den größten Erfolg der Vereinsgeschichte feierte, sanken die Hötzelsrodaer enttäuscht zu Boden. Ihre Fans würdigten den couragierten Auftritt dennoch mit lang anhaltendem Applaus. „Wir können stolz sein. Schon das Finale war für uns ein riesiger Erfolg“, tröstete Trainer Koch.

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So feierten die überwiegend in Weiß gekleideten Hötzelsrodaer Fans den Anschlusstreffer.  © Mike El Antaki

Auch abseits des Rasens verdiente sich das Finale Bestnoten. Vacha hatte mit zahlreichen Helfern einen rundum gelungenen Pokaltag organisiert. Lob gab es zudem für das Schiedsrichterteam um Jörg Tischer, seine Assistenten Daniel Vollmann und Stefan Rudolph sowie den vierten Offiziellen Lars Engelmann. „Das war eine Topleistung – ruhig, abgeklärt und souverän“, befand Lehrwart Chris Rauschenberg.

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Kreispokalsieger 2026: Die SG Vacha. © Mike El Antaki

Bei den Siegern überwog der Stolz. Trainer Silvio Kirchner, der im Sommer aufhört, sprach von einem „sehr persönlichen“ Triumph: „Dass wir nach drei Jahren Arbeit hier zu Hause endlich etwas in den Händen halten, bedeutet mir enorm viel.“ Sein Kollege Lars Issbrücker sah vor allem die starke erste Halbzeit als Schlüssel: „In Summe ist der Sieg verdient, auch wenn es hinten raus noch einmal sehr eng wurde.“ Gefeiert wurde anschließend bis tief in die Nacht im neuen Sportlerheim.