Asien war für Justus Mörstedt keine neue Erfahrung, dennoch befand er sich kürzlich einige Tage das erste Mal in China, genauer gesagt der Stadt Chengdu. Dort werden im August die World Games stattfinden und der Doppel-Weltmeister von Belgrad im Flossenschwimmen wird mit dabei sein. Die sogenannte „The World Games Series“ ist eine Reihe von Vor-Wettkämpfen auf das Hauptevent, welches in besagtem Chengdu stattfinden wird.

„Das hat natürlich den Vorteil, dass ich das Becken und die Umgebung jetzt schon kenne und zusätzlich auch den Großteil meiner Konkurrenz“, sagte Mörstedt. Denn von den Favoriten um die Medaillen waren eigentlich alle vor Ort, die starken Südkoreaner und Chinesen eingeschlossen. Aus sportlicher Sicht war die Standortbestimmung ein voller Erfolg. Einen gesamten Medaillensatz sicherte sich der 23-Jährige, der in Leipzig Humanmedizin studiert. Gold gab es allerdings ausgerechnet über die Sprintstrecke von 50 Metern, die wird er bei den World Games allerdings auslassen. Silber über 100 Meter und Bronze über 200 Meter Flossenschwimmen komplettierten den Erfolg.

Ein junger Ägypter gehört zu den neuen Konkurrenten von Mörstedt

„Ich habe jetzt einen guten Überblick über meine Gegner. Ein, zwei Kontrahenten fehlten zwar, aber trotzdem weiß ich jetzt, was mich erwartet. Auf den 100 Metern war ich eine hundertstel Sekunde hinter einem jungen Ägypter, der ein wenig aus dem Nichts im Feld etabliert hat. Das war auf jeden Fall auch ein Wachrüttler für die kommenden Wochen und Monate und gibt mir schon noch einmal einen Motivationsschub“, sagte Mörstedt. Im August will der Thüringer im besten Fall die Medaillenausbeute bestätigen, auch wenn ihm klar ist, dass solche Erfolge nicht selbstverständlich sind.

Die größte Überraschung war für ihn allerdings das Drumherum. Den Chinesen eilt bekanntlich ein gewisser Ruf voraus, doch Mörstedt war dennoch beeindruckt von der Organisation des Events. Vom Ausstieg aus dem Flugzeug bis zur Abreise sei alles perfekt durchgeplant gewesen. Und auch die Umgebung ließ ein Staunen zurück. Den Bezirk, in dem sich die Schwimmstätte befindet, haben die Chinesen innerhalb von fünf Jahren hochgezogen. „Etwa die Größe von Weimar entstand hier in so kurzer Zeit. Das ist schon Wahnsinn. Und das kuriose ist, hier wohnt noch gar keiner“, sagte Mörstedt mit einem Lachen. Künftig sollen die Menschen in diesen Stadtteil umgesiedelt werden, um zu den World Games ein entsprechendes Ambiente zu bieten.

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Über die 200 Meter Flossenschwimmen hält Mörstedt nach wie vor den Weltrekord. Doch für ihn ist das keine Sicherheit, dass er wie bei den Weltmeisterschaften mit Doppelgold nach Hause fahren wird. „Klar gehöre ich zu den Favoriten, aber das Feld ist so eng beieinander. Die Vorbereitung muss richtig gut laufen. Und im Gegensatz zu Belgrad stehe ich jetzt schon mehr unter Druck. Damals konnte ich befreit losschwimmen. Ich habe aber jetzt einen kleinen Vorgeschmack auf die psychische Belastung, der habe ich standgehalten, also bleibe ich optimistisch“, sagte der gebürtige Weimarer.

Apropos Vorbereitung: die lief vor Chengdu nicht optimal. Drei Tage vor Abflug verletzte er sich im Training an der Rückenmuskulatur. Nach dem letzten Rennen mussten ihm die Kollegen sogar aus der Flosse helfen. „Das muss ich jetzt erst einmal in den Griff bekommen. Ich kann auch nicht genau sagen, ob es die Läufe beeinflusst hat. Aber das wird schon wieder“, sagte Justus Mörstedt, der vor den World Games auch noch die Europameisterschaft in Litauen Ende Juni bestreiten will.