Am späten Samstagnachmittag musste Anton Kattwinkel endgültig abwinken. Bei dem 13 Jahre alten Weimarer ging nichts mehr. Einige Stunden zuvor hatte er sich noch mit letzter Kraft über die 2,1 Kilometer lange Sprint-Einzelstrecke gekämpft und dabei nur um knapp 30 Sekunden eine Medaille verpasst. Nun aber musste er seinem schweren Infekt endgültig traurigen Tribut zollen, die beiden noch anstehenden Staffelrennen fielen für ihn aus.
Es war ein spannendes Wochenende für die Orientierungsläufer des HSV Weimar. Zum ersten Mal nahmen sie für ihren neuen Verein an einer Deutschen Meisterschaft teil. Der MTK Bad Harzburg hatte zu den nationalen Titelkämpfen über die Sprintdistanz im Einzel und in der Mannschaft nach Clausthal-Zellerfeld geladen. Nach den guten Trainingsergebnissen der Vorwochen hatte man insgeheim auf eine Medaille gehofft, doch dieser Traum sollte sich am Ende leider nicht erfüllen.
Mehr als 800 Orientierungsläufer starten bei den Meisterschaften
Das lag zum einen an einem schweren grippalen Infekt, der mehrere Team-Mitglieder getroffen hatte. Zum anderen aber auch an der quantitativ und qualitativ starken Konkurrenz, die zu den Meisterschaften in den Harz geströmt war: Insgesamt 800 Orientierungssportler gingen an den Start. Und auch deshalb waren die Leistungen von Anton Kattwinkel, der in der H14 trotz Krankheit Rang fünf belegte, der sechste Platz von Lotte Hölzer in der D12, sowie der jeweils neunte Rang von Caroline Eckart (D18) und Rainer Wichmann (H55) hoch einzuschätzen. Emma Kattwinkel verpasste zudem in der D14 mit Platz elf nur knapp die Top Ten.
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Für Emma aber endete das Wochenende in Clausthal-Zellerfeld trotzdem mit einem riesigen Erfolg. Die 13-Jährige lief zusammen mit Zoe Radzio und Ida-Ophelia Schenker (beide USV Jena) zum Sieg bei den Deutschen Bestenkämpfen im Mannschafts-Orientierungslauf der D14. Die ebenfalls an Mannschaften des USV Jena „ausgeliehenen“ Lotte Hölzer (D12) und Caroline Eckart (D18) erreichten mit ihren Auswahlen jeweils Rang vier. Für den OLV Weimar erreichte Hans Lange im Einzel eine einstellige Platzierung und sicherte sich mit Rang fünf in der H80 einen Platz bei der Siegerehrung.
Ab dem kommenden Wochenende beginnt für den HSV-Tross das nächste Highlight: Für sieben Läuferinnen und Läufer steht zunächst ein Trainingslager im anspruchsvollen felsigen Gelände rund um das tschechische Doksy an, gekrönt von der abschließenden Teilnahme am legendären dreitägigen „Prague Easter“-Wettkampf. Dann wird auch Anton Kattwinkel wieder mit dabei sein.



