Philipp Matzke bekam sofort Gänsehaut, als das Video startete. In der Geschäftsstelle der DLRG Weimar in der Schwanseestraße lief am Donnerstagabend auf dem Fernseher noch einmal ein „Best-of“ der Deutschen Meisterschaften im Rettungsschwimmen. Und als der Moment der Siegerehrung beginnt, haben alle Anwesenden ein Lächeln im Gesicht. Die Ortsgruppe hatte in Bitterfeld-Wolfen nämlich ihr großes Ziel erreicht – die Clubmeisterschaft.
Sie ist für die Goethestädter nicht nur ein riesiger sportlicher Erfolg, gleichzeitig schrieben sie damit auch Thüringer Sportgeschichte. „Wir hatten mit dem zweiten Platz voriges Jahr überrascht und waren deshalb hoch motiviert, diesmal den Sieg zu holen“, sagte Matzke, der 1. Vorsitzende der Weimarer Ortsgruppe. „Ein unfassbar aufregendes, spannendes und sehr emotionales Wochenende für alle Sportler und Betreuer vor Ort, aber auch zu Hause wurde mit dem Gesamtsieg gekrönt“, ergänzte Mannschaftsleiter und Trainer Hagen Scharfenberg.

Weimarer feiern zusätzlich zwei Deutsche Meistertitel im Einzel
Im Bitterfeld-Wolfener Sportbad „Heinz Deininger“ ließen die Weimarer Rettungsschwimmer die Konkurrenz früh aufhorchen und sammelten bereits am ersten Wettkampftag in den Einzeldisziplinen eine Medaille nach der anderen. „Hagen und ich haben Freitagabend dann schon einmal Punkte gezählt und wir wussten, dass wir vorn liegen“, sagte Vorstandsmitglied Kay-Uwe Dorn. In der Endabrechnung bedeutete dies zwei überragende Deutsche Meistertitel für die Weimarer Jakob Klemm und Thilo Mordt. Hinzu kamen vier Vizemeistertitel mit Roland Rynkowski, Hagen Scharfenberg, Justus Wenzel und Dominik Tielsch sowie zwei Bronzemedaillen für Anja Staudt und Theresa Richter.
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Jakob Klemm überraschte sich dabei mit einem Deutschen Rekord über 100 Meter Lifesaver selbst: „Ich war gut vorbereitet, aber dass ich den Rekord um fünf Sekunden verbessern würde, damit hätte ich nicht gerechnet!“. Der zweite Deutsche Meister Thilo Mordt sagte: „Ich bin sprachlos und einfach nur glücklich.“
Das Duo Dorn/Scharfenberg behielt seine Berechnungen für den Staffel-Tag am Samstag für sich. „Wir hatten großes Vertrauen in unserer Staffeln und wussten am Samstagabend dann, dass es zum Sieg reicht. Für alle anderen war es dann natürlich eine große Überraschung, als wir aufgerufen wurden“, sagte Kay-Uwe Dorn. Unter großem Jubel der Eisenacher Ortsgruppe, mit der sich die Weimarer bestens verstehen, ging es dann aufs Podium zur Pokalübergabe. Es sind übrigens die einzigen beiden Thüringer Teams, die regelmäßig teilnehmen.

„Durch die herausragende Mannschaftsleistung gelang der DLRG Weimar, was noch nie einer Thüringer Ortsgruppe gelungen ist. Wir wurden Gesamtsieger und somit Clubmeister unter den 105 teilnehmenden Vereinen“, sagte Philipp Matzke. „Wir werden schon noch ein paar Tage brauchen, um das alles zu verarbeiten. Im Moment sind einfach nur unsagbar stolz!“
Bei den Feierlichkeiten am Clubhaus gab es sogar noch eine kleine Medaillen-Zeremonie. Roland Rynkowski hatte am Wettkampftag nicht an der Siegerehrung teilnehmen können und konnte auch den großen Pokal erstmals in die Hand nehmen.



