Nach der Premiere einer Veranstaltung, vor allem wenn sie erfolgreich verlief, steht eine Frage immer an erster Stelle: Wird es eine zweite Auflage geben? „Wenn uns die Sponsoren erneut so unterstützen, dann steht einer Wiederholung nichts im Wege. Das Feedback der Leute war durchweg positiv“, erzählte Mario Schnee, Organisator der ersten Weimarer Fight Night.

Zusammen mit seinem Freund Axel Nickisch bot er mehr als 800 interessierten Zuschauern in der Weimarhalle ein gut organisiertes und gleichzeitig kurzweiliges Kickbox-Event. „Jetzt sind wir sogar eine halbe Stunde früher fertig als gedacht. Das kommt uns aber gelegen, denn es gibt noch jede Menge aufzuräumen“, sagte Schnee noch am Abend, wenige Minuten nach dem letzten Kampf.

Weimar Fight Night
Der Gothaer Willi Walter (rechts) musste sich Nick Bretter aus Berlin geschlagen geben. © Stefan Eberhardt

Einige Absagen sorgten für Stress in den vergangenen Wochen

Da war ihm bereits ein riesiger Stein vom Herzen gefallen. Die letzten Wochen und Monate hatten viel Nerven gekostet. Im Vorfeld blieb man von einigen krankheitsbedingten Absagen nicht verschont. Für alle Kämpfe fand das Duo jedoch einen Ersatz. Nicht so einfach war das speziell bei Daniel Jung, einem der besten deutschen Kickboxer. Mit dem Mannheimer James Isaiah Haines fand sich doch noch ein Gegner. Der gebürtige Amerikaner blieb zwar chancenlos und verlor vorzeitig durch K.o., nach dem Kampf unterhielt er sich trotzdem kurz mit dem Chemnitzer und sagte mit einem Lachen: „That was fun!“

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Sina Piontek, hier mit ihrem Trainer John Kallenbach aus Saalfeld, verlor den Titelkampf gegen Emelie Bach aus Meiningen. © Stefan Eberhardt

Jung gewann damit die Internationale Deutsche Meisterschaft der Wako Pro in der Gewichtsklasse bis 75 kg, genauso wie danach Alexander Grunwald aus Ingolstadt, der Sanjin Alihodzic vorzeitig bezwang und den Titel bis 85 kg holte. Im dritten Titelkampf des Abends unterlag Sina Piontek von Invictus KTS, der Verein um den Saalfelder John Kallenbach, gegen die Meiningerin Emelie Bach nach fünf spannenden Runden. Lautstark von ihren Fans unterstützt, kassierte Piontek insgesamt einige Treffer zu viel und konnte selbst in der Offensive nicht genügend Akzente setzen. Die Kampfrichter entschieden sich einstimmig und mit 3:0 für Emelie Bach.

Marggraff und seine Fans bringen die Weimarhalle zum Beben

Am lautesten war die Halle aber vermutlich beim Kampf von Luca Marggraff. Der gebürtige Weimarer kämpft für das MMA Team Jena und hatte als leidenschaftlicher Fan des FC Carl Zeiss Jena jede Menge Freunde und Familie im Gepäck, die für ordentlich Stimmung sorgten. Das technische Niveau hielt sich, da waren sich die Experten am Rande des Rings einig, eher in Grenzen. Am vorzeitigen Sieg von Marggraff änderte dies allerdings nichts.

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Der Weimarer Luca Marggraff (links) hatte zahlreiche Fans hinter sich, die für eine laute Halle sorgten. © Stefan Eberhardt

„Wir wollten vor allem auch den Zuschauern den Kampfsport nahe bringen, die damit noch keine Berührungspunkte hatten. Und das Feedback zu unserer Veranstaltung, unter anderem auch von den Sponsoren, war hier sehr positiv. Vielleicht haben wir sie so schon für die zweite Auflage gewonnen“, sagte Mario Schnee. Der war auch mit dem sportlichen Niveau zufrieden, alle Trainer sowie Sportlerinnen und Sportler hätten sich professionell verhalten.

Die Befürchtung, die Überschneidung mit der Veranstaltung in Erfurt könnte sich negativ auf die Zuschauerzahlen auswirken, bewahrheitete sich derweil nicht. Die Weimarhalle, vor allem der Saal, war so gut wie ausverkauft. Mehr als 800 Menschen waren anwesend. „Das zeigt, dass wir sehr viel richtig gemacht haben und ich bin froh, dass es so gut gelaufen ist“, erzählte Schnee abschließend, der auch noch einmal seinem Verein, der Kickboxfabrik Blankenhain und deren Mitgliedern dankte. „Ohne sie, wäre so ein Event nicht machbar“, sagte er.

Alle Ergebnisse gibt es online per Fightcard.