Nach dem Abpfiff war erst einmal tiefes Durchatmen bei Moritz Lang angesagt. „Die Jungs und der Coach haben mir den Einstieg sehr leicht gemacht und es hat sich gut angefühlt auf dem Parkett“, lächelte der 25-Jährige, „nur meine Beine sind noch ein wenig außer Form.“ Fast neun Monate lang hatte der langjährige Kapitän von Culture City Weimar nach seinem Rücktritt nicht mehr auf einem Spielfeld der 1. Basketball-Regionalliga gestanden, nun war er gleich für zwanzig Minuten auf dem Parkett gefragt. „Es hat viel Spaß gemacht zu spielen“, sagte Lang, „auch wenn der Grund dafür natürlich traurig ist.“

Es bleibt dabei: Diese Saison von Culture City Weimar ist eine besondere. Der 94:69-Heimsieg der Weimarer am Samstagabend in der Asbach-Sporthalle gegen Gotha war im zehnten Auftritt der zehnte Sieg. Der Erfolg im Thüringenderby sicherte gleichzeitig auch die vorzeitige Playoff-Qualifikation. Und obwohl der Amerikaner D´Monte Brown mit 34 Punkten in nur 24 Minuten Spielzeit erneut eine Monstervorstellung bot, waren doch viele Augen auf Moritz Lang gerichtet. Der Ex-Kapitän wurde reaktiviert, um Peter Beier-Christiansen zu ersetzen. Der dänische Center, erst im Sommer nach Weimar gekommen und mit durchschnittlich 13,7 Punkten bisher zweitbester Scorer und wichtiger Anker, wird in dieser Spielzeit nicht mehr auflaufen können. Die Verletzung, die sich Beier-Christiansen im Auswärtsspiel in Aschaffenburg am Knie zuzog, lässt dies nicht zu.

18-jähriger Este wird erneut vom Verletzungspech verfolgt

„Verletzungen sind leider Teil des Spiels“, meinte der 23-Jährige, der am Samstag das Spiel in Weimar auf Krücken gestützt, verfolgte. „Aber ich muss es akzeptieren, denke positiv und werde toll vom Umfeld unterstützt. Und ich denke, die Mannschaft kann und wird auch ohne mich weiter trotzdem tollen Basketball spielen.“ Das bewies sie bereits gegen Gotha, nur die schwache Dreierquote (7/38) verhinderte einen noch deutlicheren Sieg. „Es war eine super Energieleistung des gesamten Teams. Das Tempo, mit dem unsere Jungs gespielt haben, war sehr gut. Ich bin vor allem mit der Intensität zufrieden, mit der wir sowohl offensiv als auch in der Verteidigung agiert haben“, lobte Weimars Trainer Farsin Hamzei. Der muss zukünftig nicht nur auf Peter Beier-Christiansen verzichten. Auch Nachwuchstalent Hendrik Metsa wird 2025/26 nicht mehr in den Kader zurückkehren. Der nach einem Jahr Verletzungspause gerade erst wieder genesene 18 Jahre alte Este verletzte sich vor einigen Tagen erneut am Knie.

Basketball Weimar
Der für Weimar spielende Este Silver Esnar (rechts) geht hier gegen Gotha ins Dribbling.© Leonie Marie

„Beide Ausfälle sind nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für die Jungs selbst sehr bitter. Wir drücken die Daumen für eine gute Genesung und ich bin mir sicher, dass sich das Team nun noch mehr zerreißt, um die beiden zu ersetzen“, sagte Torsten Rothämel, sportlicher Leiter der Mannschaft. Die Reaktivierung von Moritz Lang war ein erster Schritt dahin. Der lange Center wird erst einmal bis Jahresende weiter aushelfen. „Die Mannschaft ist sehr homogen und spielt tollen Teambasketball. Der Ball läuft super, jeder ist involviert und punktet. Die Neuzugänge passen sehr gut ins Konstrukt und machen das Team definitiv besser“, sagte Lang.

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Zweimal werden die Weimarer in diesem Kalenderjahr nun noch auflaufen. Am kommenden Wochenende ist zunächst frei, das dort geplante Auswärtsspiel in Veitshöchheim wurde auf den 20. Dezember verlegt. Am 13. Dezember steigt das nächste große Highlight: Ab 18 Uhr findet dann in der Asbach-Sporthalle das letzte Heimspiel 2025 gegen Dresden als Benefizspiel statt. Moritz Langs Beine müssen dann wieder ran.