Beim ThSV Eisenach fehlte wieder ein Puzzleteil, um das Auswärtsrätsel in der Handball-Bundesliga zu lösen. Beim 30:32 (14:17) bei der TSV Hannover-Burgdorf kassierten die Thüringer eine erneute Niederlage in der Fremde. Diesmal hätte es richtig spannend werden können. Doch sieben schwache Minuten nach der Pause verdarben den Männern von Trainer Sebastian Hinze den Abend.
ThSV Eisenach beweist trotz 8-Tore-Rückstand Moral
„Obwohl wir nur ein paar Minuten nicht gut waren, reicht das in der Bundesliga schon“, ärgerte sich Hinze wie seine Spieler. Vom 19:20 gerieten die Blauen nach einer Serie von Fehlern zwischen der 40. und 47. Minute mit 20:28 in Rückstand. Dass sie danach noch auf zwei Treffer herankamen, bewies ihre Moral. Eisenach bleibt dadurch in der Tabelle punktgleich und torgleich mit Hannover.
„Bei minus eins konnte das Spiel kippen. Doch dann ging alles viel zu schnell“, erklärte Coach Hinze später. Abwehrchef Philipp Meyer analysierte: „Wir waren in der Phase nicht konsequent genug, sind vom Plan abgewichen. Da muss man cleverer agieren und Zeitstrafen vermeiden. Dann machten wir Fehler und kassierten schnelle Tore aus dem Tempo“, so der 1,99-Meter-Mann. „Acht Tore dann in zehn Minuten aufzuholen, ist schwierig“, sagte der gebürtige Münchner.
Schwache Torwartleistung lange wegverteidigt
Ein Hänger hatten die Eisenacher gegen den ersatzgeschwächten Europacup-Teilnehmer schon vor der Pause, als aus plus zwei Treffern minus fünf wurden. „Doch der 14:17-Rückstand zur Pause war nicht groß. Drei Tore holst du schnell auf“, sagte Meyer. Dass es am Ende nicht gelang, ärgerte nicht nur ihn. „Die schwache Phase hat uns gekillt“, sagte Linksaußen Timothy Reichmuth.

Zur Torwartleistung hatte Silvio Heinevetter nur den vielsagenden Blick. Mit 7:14 Paraden ging das Duell klar an Birlehm und Gade. Matija Spikic‘ Steigerung kam zu spät. Allein Hannovers Rechtsaußen Marius Steinhauser warf 13 Tore (!), darunter sechs Siebenmeter. Beim ThSV scheiterten Felix Aellen und Oscar Joelsson, mit acht Treffern bester Eisenacher Werfer, je einmal bei ihren insgesamt acht Versuchen. Zudem kostete die scharfe Linie der Referees den zugegeben hart spielenden Eisenachern (sechs Zeitstrafen, zweimal Rot/Leu, Seitz) viel Kraft in Unterzahl.
Sportchef Nowak erkennt das „Eisenach-Gen“ bei Aufholjagd
Geburtstagskind Felix Aellen, der Schweizer wurde 22, saugte aber auch positive Erkenntnisse aus der Niederlage. „Wir müssen das lange gute Spiel im Angriff rausnehmen, aus den Fehlern viel lernen. Trotz der Niederlage war es ein Schritt nach vorn“, meinte Aellen. Maik Nowak, Eisenachs Sportlicher Leiter, betonte: „Wir zeigen hier unser Eisenach-Gen. Anders als in Berlin kommen wir zurück, verkürzen Tor um Tor. Das zeichnet uns aus und verdient Respekt.“
Aktuelle Nachrichten zum ThSV Eisenach:
Nun folgen erst einmal zwei Heimspiele hintereinander. Am kommenden Donnerstag (19 Uhr) gastiert mit der SG Flensburg-Handewitt und Marko Grgic der neue Spitzenreiter in der Werner-Aßmann-Halle. Dann folgt am 24. Oktober Aufsteiger Minden. Das Spiel sollte der ThSV im Abstiegskampf gewinnen. Und Flensburg? „Das ist das Maß der Dinge“, freut sich Philipp Meyer auf die Mammutaufgabe.






