Fast bis zum Schluss hielt der ThSV Eisenach gegen den hohen Favoriten großartig mit. Doch dann setzte sich das Königsklassen-Team der Füchse Berlin mit 38:41 (14:17) in der erneut restlos ausverkauften Werner-Aßmann durch. Den Beifall der Fans aber hatten sich die Thüringer redlich verdient.
Fans vor der Partie mit wenig Hoffnung auf Heimsieg des ThSV Eisenach
Für die Berliner Handballer geht es in der Endphase dieser Spielzeit noch um eine Menge. Champions-League-Final 4 (13. /14. Juni in Köln) und Platz zwei in der Meisterschaft. Teamchef Bob Hanning kündigte in der Handball-Kolumne des „Kicker“ an: „Im Moment schenkt keiner irgendeinem irgendwas.“ Diesen Worten wollten auch die Eisenacher entsprechende Taten folgen lassen. Doch nach dem 23:35 im Hinspiel war der Glauben der Fans vor der Partie leicht erschüttert. Eine zweistellige Niederlage erschien den meisten befragten Anhängern eher wahrscheinlich.
Trainer Sebastian Hinze musste wieder auf seine inzwischen schon länger verletzten Dominik Solak (Handbruch), Phillip Meyer, Max Beneke (beide Ellenbogen) und Silvio Heinevetter (Fingerverletzung) verzichten. Berlin bot hingegen sein komplettes Weltklasse-Ensemble auf.

Für gute Laune unter den 2850 Fans sorgten gleich Leu und Seitz mit zwei Toren plus einer Parade von Spikic (2:0/2.). Es dauerte ein wenig, bis der Weltklasse-Keeper Milosavljev „per Kopf“ den ersten Ball zu halten bekam (4.). Dafür musste Tillman Leu auf die Strafbank. Zehn Minuten vergingen, bis die hochdotierten Gäste zum ersten Mal mit 6:5 in Führung gingen. Der ThSV lieferte bei Sauna-Temperaturen von über 30 Grad aber einen starken Start ab. Vor allem die zuletzt etwas löchrige Abwehr griff herzhaft zu. Vorn ließ es der Gastgeber aus allen Positionen klingeln (7:6/14.). Als Spikic die Führung mit einer Parade verteidigte, standen die Leute erstmals auf den Bänken (15.).
Welt-Handballer Gidsel eine Halbzeit der Berliner-Buhmann
Zum Berliner Buhmann war da längst Welt-Handballer Mathias Gidsel geworden, weil er gnadenlos Zeitstrafen und Freiwürfe provozierte. Zwei Treffer auf das leere Tor bestraften dann Eisenachs Taktik-Mut (11:14/25.). Doch der ThSV mit Kreisläufer Kurch kämpfte sich wieder ran (13:14/28.). In die Halbzeit ging es aber mit 14:17. Noch war nichts verloren.
Als die Berliner schnell mit 20:15 davonzogen, schien alles den erwarteten Verlauf zu nehmen. Doch der ThSV kämpfte sich wieder ran. Als Büchner per Konter das 28:28 und Walz die Führung erzielten (47.), flippten die Leute aus. Eisenach war voll auf dem „Höllentrip“ und die Füchse zogen den Schwanz ein.
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Doch in den letzten zehn Minuten zeigten die Gäste einfach ihre Klasse, nutzten kleine Fehler des Underdogs gnadenlos. So endete ein tolles Handballspiel mit einem knappen 38:41-Erfolg des Favoriten.






