Ein Konter Nathalie Hendrikses, ein Rückhandwurf Johanna Reicherts und ein Geschoss von Csenge Kuczora hinterher: Innerhalb von zwei Minuten schöpften die Handballerinnen des Thüringer HC Hoffnung, nach einem 23:29 (47.) doch noch die Wende in der so wichtigen Verfolgerpartie der Handball-Bundesliga bei der HSG Blomberg-Lippe erzwingen zu können. Wieder aber durchbrach ein Ballverlust den Fluss und hielt die Gastgeber am Mittwochabend auf Kurs, nicht nur in Ligaspielen zu Hause unbesiegt zu bleiben. Mit dem 36:31 (16:15) fügte das Team von Steffen Birkner den Thüringerinnen vor dem Viertelfinale in der European League gegen Valcea eine nächste schmerzhafte Niederlage zu.

Den zweiten Rang verpasst, den dritten kurz darauf verloren: Innerhalb von fünf Tagen hat der THC nach dem 22:23 gegen Ludwigsburg seine lange gehaltene gute Ausgangsposition eingebüßt. Bei noch einem ausstehenden Spiel droht den Thüringern, als Vierter in die nahenden Bundesliga-Playoffs zu starten. Mit schweren Beinen geht es am Samstag zunächst in das Hinspiel gegen die Rumäninnen (16 Uhr).

Blomberg verdrängt Gäste vom dritten Platz

„Wir haben heute unglaublich viele Fehler gemacht“, meinte Dinah Eckerle. Die THC-Torhüterin sprach den Hauptgrund an, weshalb nach dem Top-Spiel gegen den Spitzenreiter die sechste Niederlage stand. Auch Trainer Herbert Müller hob die Zahl der Patzer als Unterschied hervor. „Wir haben elf technische Fehler, in denen wir den Ball leichtfertig herschenken“, monierte der Coach und sah in Blomberg den verdienten Sieger. Durch das bessere Torverhältnis verdrängte die HSG die Thüringer vom dritten Platz.

Personelle Rückschläge zur Unzeit

Vor der entscheidenden Phase der Saison muss der THC weitere personelle Rückschläge beklagen. Die Rückkehr von Anika Niederwieser wird sich noch verzögern. Zudem fällt Sharon Nooitmeer laut Müller infolge von Achillessehnenproblemen „wochenlang“ aus. Dass Kathrin Pichlmeier wegen Krankheit das Bett hüten musste, warf die Pläne des THC-Coaches komplett über den Haufen.

Der THC-Coach reaktivierte Lydia Jakubisova. Zudem ging er Risiko. Natsuki Aizawa gab die Sonderbewacherin für Blombergs Nieke Kühne. Zudem setzte Müller konsequent aufs Sieben-gegen-Sechs.

Jacobsen und Quist mit Achterpack

Das verschaffte Blomberg zuweilen Probleme. In Vorhand aber brachte es den Thüringer HC nicht. Der bis dahin Vierte machte die Räume geschickt dicht, spekulierte anfangs auf Anspiele an den Kreis und kam so mehrfach zu erfolgreichen Gegenstößen. Die Ballverluste des THC im Aufbau summierten sich bis zur Pause auf fünf. Vor allem aber bekamen die Gäste Blombergs Top-Werferin Andrea Jacobsen nicht in den Griff. Die Isländerin drehte mit fünf Treffern in der ersten Hälfte auf und besaß großen Anteil, dass ihre HSG von Beginn an vorn blieb. Mit acht Toren ragte sie am Ende neben Laetitia Quist heraus.