Daumen und Zeigefinger zum „O“ geformt, die anderen drei Finger gestreckt. „Alles in Ordnung“ heißt das Handzeichen etwa in der Tauchersprache. Das hätte das Zeichen getrost auch für das Spiel des Thüringer HC am Samstag bedeuten können, nachdem Dilayla Alarslan auf die Art den nächsten Zug angezeigt hatte: Csenge Kuczora jagte sogleich den Ball ins Netz, Laura Kuske hielt einmal mehr glänzend. Und Natsuki Aizawa legte noch einmal nach: 29:20 (43.). Der Rest – eine klare Sache.

Gabriela Bitolo und Selina Lindemann verkürzten für den TuS Metzingen. Am Ausgang änderte das wenig. Im letzten Bundesliga-Spiel vor der Weltmeisterschaftspause fuhren die Handballerinnen des Thüringer HC mit einem 39:34 (19:12) souverän zwei wichtige Punkte in der Bundesliga ein. Allen personellen Sorgen zum Trotz schob sich der THC damit auf den vierten Platz.

Weitere personelle Sorgen

„Wir quälen uns durch die Wochen“, stöhnte THC-Trainer Herbert Müller angesichts der ständigen Ausfälle. Zu seinem Leidwesen hatte sich die Verletztenliste sogar noch verlängert. Neben Johanna Reichert infolge ihrer Fußverletzung waren Nathalie Hendrikse und Giulia Guarieiro ausgefallen. Zudem musste Kapitän Josefine Hanfland kurzfristig wegen einer Muskelverletzung passen. Ihre Position am Kreis in der Startformation nahm Luca Farago ein.

HANDBALL FRAUEN 1. BUNDESLIGA 8. SPIELTAG THC -  TUS METZINGEN
Luca Farago ballt die Fäuste, nachdem THC-Torhüterin Laura Kuske eine ihrer Paraden gezeigt hat. © FUNKE Foto Services | Sascha Fromm

Auf der rechten Seite gab Lydia Jakubisova ein erneutes Comeback. Sie nahm auf der Bank Platz, während die Ungarin am Kreis sofort wirbelte. Farago leitete einen THC-Start ein, den es im Verlauf der Saison selten in dieser Art gegeben hatte. Mehrfach hatten die Thüringerinnen einem Rückstand nachlaufen müssen. Das Verfolgerduell gestalteten sie von vorn. Rikke Hoffbeck krönte den Tempostart mit dem 4:1 (6.).

Die Dänin gefiel wie ihre Mitspielerinnen zudem in der Abwehr, die Metzingen kaum eine Lücke bot. Und wenn, war immer wieder Laura Kuske zur Stelle. Die Torhüterin (14 Paraden) leitete den Doppelschlag binnen einer Minute zum 15:10 ein (20.).

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Klarer Vorsprung schafft nötige Sicherheit

Das Polster verlieh Sicherheit. Und es gelangen auch Würfe, die nicht immer den Weg ins Tor finden. Trotz harten Kontaktes hatte Csenge Kuczora mit wenig Druck und der Lattenunterkante etwa zum 10:7 getroffen, am Ende neun Mal. Jana Scheibs Unterarmwurf mit der ablaufenden Uhr rutschte Metzingens Torhüterin zum 19:12 durch die Beine.

Selbst wenn es in der Offensive hakte, wuchs das Plus eher, als dass es schmolz. Dem Gast fehlten die Mittel, um die THC-Abwehr entscheidend zu knacken. Allein Gabriela Bitolo ärgerte den THC mit tollen Würfen und insgesamt elf Toren. Der Vorsprung zur Pause bedeutete dennoch bereits eine Vorentscheidung.