Die Handball-Frauen des Thüringer HC sind mit einer schmerzhaften Niederlage in die EHF-European League gestartet. Der Titelverteidiger verlor bei Motherson Mosonmagayrovari KC aus Ungarn mit 34:36 (15:16). In einem enorm engen Match fiel die Entscheidung in der Schlussphase. THC-Torjägerin Johanna Reichert war mit starken 16 Treffern die erfolgreichste Akteurin. Doch die reichten nicht zum Erfolg für die Frauen von Trainer Herbert Müller.
Pünktliche Anreise zum Europapokal per Zug für Thüringer HC
Dass der THC, obwohl Titelverteidiger und Gruppenkopf, eine äußerst schwere Gruppe erwischt hat, war nach der Auslosung klar. Müllers Favorit Larvik HK, Ex-Champions-League-Sieger aus Norwegen, unterlag aber gleich zum Auftakt zuhause gegen CS Minaur Baia Mare aus Rumänien mit 26:28 (13:13) und ist damit ebenso wie der THC im direkten Duell (18. Januar/16 Uhr) in Bad Langensalza im Zugzwang. Nur die beiden Gruppenersten kommen weiter. In der vergangenen Saison war der THC mit zwei Siegen, darunter das legendäre 43:35 gegen Larvik, gestartet und hatte dann bis zum Finalsieg gegen Ikast aus Dänemark durchgezogen.
Obwohl die wohl bis Ende Januar ausfallenden Josefine Hanfland und Anika Niederwieser und kurzfristig Nathalie Hendrikse fehlten, ging der THC, unterstützt von etlichen roten Fans, optimistisch in die Partie im Nordwesten Ungarns. Das winterliche Verkehrschaos der letzten Tage erwischte die Thüringer am Samstag nicht mehr. Das Team kam pünktlich mit dem Zug über Nürnberg nach Wien und von dort per Bus nach Mosonmagayrovar.
Enge Partie bis in die Schlussphase
Der Start nach dem 1:0 von Jana Scheib im ersten Angriff misslang erstmal. Nach sieben Minuten lag der THC, bei dem Lotta Heider die auf Rechtsaußen Hendrikse ersetzte, mit 1:3 zurück. Allein Ana Szabo hatte drei dicke Chancen vergeben. Doch Müllers Frauen steigerten sich. Kuske zeigte eine Parade nach der anderen und Farago markierte schließlich mit 4:3 die Führung (10.).
Inzwischen war auch die so lange verletzte Torjägerin Johanna Reichert auf dem Parkett. Und die Bälle der Österreicherin saßen (7:6/14.) aus dem Feld und vom Siebenmeter-Strich. Doch die Partie blieb überaus eng. Erst nach gut zwanzig Minuten hatte der THC mit 12:9 einen Drei-Tore-Vorsprung herausgespielt. Doch die kampfstarken Ungarinnen kamen vehement zurück. Trotz starker Keeperin Kuske (6 Paraden) ging es mit 15:16-Rückstand in die Pause.
Rückstand in der Crunchtime nicht aufzuholen
Die Schiedsrichter verschärften nun ihre Linie. Beide Teams kassierten 2-Minuten-Strafen. Mit 19:19 wieder durch Reichert ging es weiter. Die Abwehrreihen hatten es zunehmend schwer, denn offensiv funktionierten beide Mannschaften nun prima (21:21/36..). Der THC brauchte mehr Zugriff gegen die sehr beweglichen Gastgeberinnen, die 2024 einmal das Viertelfinale in der European League erreicht hatten.
Aktuelle Nachrichten zum Thüringer HC:
Vor allem Natsuki Aizawa sorgte mit ihren Durchbrüchen jetzt für Gefahr. Hinten musste eine Steigerung her. Die 1,83 Meter große Laetitia Quist, die von Blomberg nach Ungarn gewechselt war, konnten die THC-Frauen aber kaum stoppen (25:27/45.). Es wurde schwierig für den THC., der aber mit 29:29 (50.) in die Crunchtime ging. Dort gerieten die Gäste aber mit 32:35 in Rückstand (57.). Das war nicht mehr aufzuholen. Die Ungarinnen jubelten mit ihren Fans lautstark über ein 36:34.






