Wer stand eigentlich beim letzten nationalen Pokalgewinn des Thüringer HC auf dem Feld? Der Triumph 2019 liegt sieben Jahre zurück. Doch Herbert Müller kann sich noch lebhaft an den Triumph in der Porsche-Arena von Stuttgart erinnern. „Emily Bölk traf damals in letzter Sekunde zum 24:23-Erfolg“, erzählt der THC-Coach. Heute heißt Bölk Vogel und spielt bei Ferencváros Budapest. Der damalige Gegner war die SG BBM Bietigheim, die später als HB Ludwigsburg firmierte. Den Kontrahenten gibt es aus bekannten monetären Gründen nicht mehr.
Thüringer HC holte 2019 den Pokal, ein Trio nimmt wieder Anlauf
Mit dabei waren aber auch berühmte Namen wie Kerstin Wohlbold, Alicia Stolle, Iveta Luzumova oder Meike Schmelzer, auf der Gegenseite Dinah Eckerle. „Manche hörten inzwischen auf. Manche konnten wir als Ausbildungsverein nicht halten“, sagt Müller. Aber ein Trio nimmt am kommenden Wochenende noch einmal Anlauf, um den Pokal zu gewinnen. Die heutige Kapitänin Josefine Hanfland war damals schon als Huber dabei. Laura Kuske stand als dritte Torhüterin auf dem Zettel. Durch eine aktuelle Verletzung rückt sogar die 44 Jahre alte Lydia Jakubisova noch einmal ins Aufgebot.

Die glorreiche Vergangenheit macht Hunger auf neue Titel in Bad Langensalza, wo einst drei Pokalsiege (2011, 203, 2019) und sechs deutsche Meisterschaften (2011 bis 2016, 2018) gefeiert wurden. Zuletzt war im Pokal für die Thüringerinnen im Achtelfinale (2023/Metzingen), Viertelfinale (2025/Ludwigsburg) und Halbfinale (2024/Bietigheim) Schluss. Jetzt will der Europapokalsieger endlich wieder einen nationalen Pott in die Höhe recken. „Wir freuen uns, dass wir mit DHB-Pokal, Meisterschaft und European League noch auf allen drei Hochzeiten tanzen. Und natürlich fahren wir nach Stuttgart, um den Pokal zu holen“, erklärt Müller.
Der THC hatte in der aktuellen Auflage endlich mal Losglück. Zuerst ein Heimspiel gegen Buxtehude, dann das Viertelfinale auswärts beim Zweitligisten Waiblingen und jetzt den Tabellennachbarn Bensheim/Auerbach (Samstag, 16.30 Uhr) als Final-Four-Gegner im Halbfinale. „Man muss ja nicht gleich gegen Dortmund spielen“, lacht Müller. Vor Gegner Bensheim habe der THC Respekt, aber keine Angst. „Wir arbeiten im Training noch an unserem Spiel, wollen Samstag frisch sein. Wir müssen unsere Launenhaftigkeit allerdings ablegen. Es wird die Mannschaft gewinnen, die es mehr will“, sagte Müller.
Trainer Müller fordert: „Wir müssen unsere Launenhaftigkeit ablegen“
Personell plagen den THC wie über die ganze Saison auch vor dem Final Four einige Sorgen. „Viele Spielerinnen lagen die vergangene Woche erkältet flach, ich eingeschlossen“, berichtet Müller. Danach erwischte es die Rechtsaußen Lotta Heider ärger. „Das Kreuzband ist nicht gerissen, aber lädiert. Sie fällt jetzt vier bis sechs Wochen aus. Da rückt unsere Frau für alle Fälle, Lydia Jakubisova, wieder ins Team“, so der Trainer, der mit allen 18 Spielerinnen nach Stuttgart reist. Auch die am Knie (Knochenödem) verletzte Brasilianerin Giulia Guarieiro, die gerade mit dem Training begann, soll dabei sein.
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Dafür spielt mit Josefine Hanfland die Kapitänin endlich wieder Handball. Die Österreicherin steht seit ein paar Tagen im Mannschaftstraining. „Ich bin froh, noch diese komplette Woche für das Training zu haben, denn sie muss sich natürlich erst wieder in unser Spiel einfügen“, sagt Müller. Der Trainer freute sich auch über eine Spielverschiebung. Das zunächst für den vergangenen Mittwoch angesetzte Heimspiel gegen Sachsen Zwickau findet am 1. April (19 Uhr) statt.




