Eine wechselhafte Saison kann für die Handballerinnen des Thüringer HC national wie international noch zu einer goldenen werden. Der Kampf um die Schale beginnt. Im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft wartet mit der HSG Blomberg-Lippe zunächst die höchste Hürde auf die Thüringerinnen (Samstag, 17 Uhr, in Blomberg). Zwei Siege braucht es, um den Finaltraum wahrzumachen.
Die Meisterschafts-Playoffs beginnen. Das Final Four in der European League in Dijon Mitte Mai wirft seine Schatten voraus. Was überwiegt? Ist es die Anspannung? Oder ist es Vorfreude, aus einer guten Saison eine sehr gute, durch die beiden Titelchancen sogar eine ganz besondere machen zu können?
Es ist gut, dass wir zusammen mit dem DHB-Pokal bei drei Hochzeiten unter die besten vier gekommen sind. Insofern ist es Vorfreude. Denn die wichtigsten Titel sind noch zu vergeben. Aber je näher wir dem Auftakt kommen, desto stärker weicht sie der Anspannung. Das Wissen, dass wir es schaffen können, sollte wachsen.
Es geht in maximal drei Halbfinalspielen beim Hauptrundensieger HSG Blomberg-Lippe bereits um alles. Wenn man nach 15 Titeln in den vergangenen 15 Jahren aber festhalten kann, dann eines: Der THC kann Endspiele.
Ja, das können wir. Und trotzdem ist es etwas, was wir immer neu beweisen müssen.
Auch interessant
Die Saison beginnt demnach bei null?
Das ist Schnee von gestern. Das minimale Ziel ist der vierte Platz gewesen. Den haben wir doch recht souverän erreicht, auch wenn wir schon noch einmal über die Schulter nach hinten schauen mussten. Trotzdem war Bensheim als Dritter immer noch in der Nähe. Das alles ist Vergangenheit.
Wie steht es um Ihre Mannschaft?
Die Länderspielpause hat uns nicht gutgetan.

Inwiefern?
Wir mussten eine Schocknachricht verdauen. Natsuki Aizawa hatte sich in der Länderspielwoche verletzt. Zum Glück ist die Verletzung nicht so schlimm, wie es sich zunächst angedeutet hatte. Wir müssen abwarten. Ohnehin beschäftigten uns einige Ausfälle, sodass wir kaum so trainieren konnten, wie wir es wollten.
Was braucht es, um Endspiele für sich zu entscheiden?
Wille, wir müssen rennen bis zum Umfallen. Und vor allem braucht es mentale Stärke. Man muss wissen, dass man den Ball vom Innenpfosten reinschießt und nicht den Pfosten trifft. Daran muss man glauben.

Inwieweit verändert sich die Rolle eines Trainers, wenn es vom Punktemodus in den Playoff-Modus geht?
Man versucht schon noch einmal zu überraschen. Aber letztlich spielt man so oft gegeneinander. Man kennt sich, man kennt die Stärken. Wir konnten Blomberg im Supercup durch das Sieben-gegen-Sechs überraschen. Darauf wird man vorbereitet sein. Neu erfinden können wir das Spiel nicht. Es kommt einfach auf den Moment an. Dafür müssen wir bereit sein.
Handball-Bundesliga Frauen: So laufen die Play-offs
- Mit Beginn der Halbfinalserie spielen die ersten vier Teams der Hauptrunde den deutschen Meister 2025/26 aus. Die HSG Blomberg-Lippe trifft ab dem 25. April (17 Uhr) auf den Thüringer HC. Borussia Dortmund als Zweiter empfängt die HSG Bensheim/Auerbach (19 Uhr).
- Am 2. Mai (Samstag, 18 Uhr) hat Bensheim die Dortmunder im zweiten Spiel zu Gast. Das zweite Duell zwischen dem THC und Blomberg-Lippe beginnt am 3. Mai (19 Uhr) in der Salza-Halle, es wird im Free-TV (DF1) übertragen.
- Im Falle eines Ausgleichs wird ein drittes Spiel um den Finaleinzug am 9. Mai ausgetragen.
- Danach wird die Finalserie angesetzt. Der Kampf um den Titel wird wie das Halbfinale im Modus „best of three“ ausgetragen. Zwischen den Verlierern der Halbfinalserie entscheidet eine Partie über den dritten Platz.
- Seit dem 18. April werden unter den Teams auf den Hauptrunden-Plätzen 5 bis 11 über sieben Spieltage die weiteren Platzierungen ausgespielt.
- Dem Playoff-Fünften winkt die direkte Qualifikation für das DHB-Pokal-Viertelfinale der Saison 2026/27 sowie ein fester Startplatz in der EHF European League. Für den Sechsten kann ein zusätzlicher European-League-Startplatz beantragt werden. Der Playoff-Elfte muss in die Relegation gegen den Zweiten der 2. Bundesliga.
Wie schafft man das?
Meine Aufgabe ist es, die dafür nötige Energie in die Mannschaft zu bringen. Wir brauchen schnelle Beine.
Blomberg ist die am schnellsten spielende Mannschaft derzeit in der Bundesliga.
Schneller als wir. Blomberg hat kein Spiel zu Hause in dieser Saison verloren und eine überragende Serie gespielt. Sensationell. Nach der Hauptrunde wäre Blomberg Meister und ist gegen uns Favorit. Noch stehen wir im Weg. Die Frage ist: Wie weit können wir die Lücke zum schnellen Spiel schließen? Wir müssen rennen wie die Hasen. Aber wir wollen. Wir sind bereit.



