Vorzeitige Winterpause für Eisenacher, die in Hessen kicken

Weidenhausen.  Der Hötzelsrodaer Dominik Stöber steht mit dem SV Adler Weidenhausen an der Tabellenspitze der hessischen Verbandsliga Nord.

Für Dominik Stöber (rechts) ist das Fußballjahr 2020 beendet. Der 19-jährige, hier noch im Eisenacher Trikot, spielt beim SV Adler Weidenhausen.

Für Dominik Stöber (rechts) ist das Fußballjahr 2020 beendet. Der 19-jährige, hier noch im Eisenacher Trikot, spielt beim SV Adler Weidenhausen.

Foto: Andreas Zais

Wird im Dezember weitergespielt oder geht es doch direkt vom Teil-Lockdown in die Winterpause? In Thüringen wird über diese Frage noch diskutiert. Im Nachbarbundesland Hessen hat der Fußballverband dagegen rasch Nägel mit Köpfen gemacht und festgelegt, dass von der Hessenliga bis zur untersten Spielklasse bis mindestens zum 31. Dezember dieses Jahres keine Partien mehr bestritten werden.

Dominik Stöber kann diese Entscheidung aus gesundheitlicher Vorsicht nachvollziehen, auch wenn der im September zum SV Adler Weidenhausen gewechselte Verteidiger es teils so und teils so bewertet. Rein sportlich komme die Pause ungelegen, hatte die Mannschaft mit fünf Siegen in Folge doch gerade einen richtigen Lauf. „Seit unser zentraler Ballverteiler Tim Gonnermann wieder dabei ist, läuft es. Da hätten wir natürlich jetzt gern weitergespielt“, sagt Stöber. Andererseits seien viele Sportplätze bei Staffelkontrahenten in keinem guten Zustand, was eine Saisonfortführung im Dezember wohl sehr schwierig gemacht hätte. Oft würden nordhessische Verbandsligisten ihre Gegner auf schrägem und/oder huppligem Geläuf empfangen. „Das kannte ich bisher nur von Kreisligaplätzen. So viele Kunstrasenfelder wie bei unseren Landesklassenclubs in Thüringen gibt es hier nicht“, wunderte sich der 19-Jährige bei seinen ersten Partien. Aber auch während der Begegnungen hat er schnell Unterschiede zwischen Ost und West ausgemacht: „Alle versuchen mit technischen Mitteln und versiertem Kurzpassspiel zum Erfolg zu kommen. Insgesamt wird in Hessen weniger körperbetont gespielt.“

Mit 23 Punkten aus 12 Partien stehen die Adler in der 18 Mannschaften umfassenden Nord-Staffel der Verbandsliga an Spitze. Das Tabellenbild ist jedoch verzerrt, da die Verfolger Bad Soden (9 Spiele/21 Punkte) und Sand (9/19) drei Partien weniger absolviert haben. Weidenhausen erlebte bis zur Unterbrechung eine wahre Achterbahnfahrt. Nach durchwachsenem Start trat Trainer Maikel Buchenau zurück und wurde durch Ronald Leonhardt ersetzt. Der Ershäuser, seit sechs Jahren Co-Trainer, wurde zum Chef befördert, verlor zwar das erste Spiel (1:2 gegen SG Johannesburg), gewann aber die nächsten fünf Partien.

Stöber stand siebenmal für den Verein aus dem 900-Seelen-Dorf bei Eschwege auf dem Rasen, dreimal spielte er durch, viermal wurde er eingewechselt. „Ich bin relativ zufrieden, auch wenn jeder Spieler möglichst immer spielen will. Ich zähle zum Stammkader und bekomme regelmäßig meine Einsätze“, sagt der Hötzelsrodaer, der nach zwei Jahren im Trikot des FC Eisenach (36 Einsätze in der Landesklasse) im Sommer beim FC An der Fahner Höhe eigentlich den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gehen wollte. Es wurde nur ein Kurz-Intermezzo. Fahners Verantwortliche hätten bei seiner Verpflichtung nicht mit offenen Karten gespielt, glaubt Stöber, für den plötzlich in einem aufgeblähten Kader kein Platz mehr war. Ohne Pflichtspieleinsatz zog er enttäuscht weiter und konnte in Hessen wertvolle Spielpraxis sammeln.

Als Weidenhausen beim OSC Vellmar 4:2 siegte, standen gleich zwei Eisenacher auf dem Platz. Seit dieser Saison spielt nämlich Luca Trump für den OSC. Schon als E-Junior wechselt er 2008 vom FC Wartburgstadt zum FC Rot-Weiß Erfurt. Weitere Stationen waren Carl Zeiss Jena und FSV Zwickau, ehe es den gelernten Innenverteidiger ihm Männerbereich ins Hessische verschlug. Über Baunatal, Grebenstein und Kassel kam er schließlich nach Vellmar.

Kiesewetters auf Aufstiegskurs

Auch die beiden Ex-FC-Eisenach-Spieler Robert Kiesewetter und sein Cousin Paul Kiesewetter haben fürs Kalenderjahr 2020 fußballerische Planungssicherheit. Beide spielen für die SG Herleshausen/Nesselröden/Ulfegrund. Die Dreier-Spielgemeinschaft nimmt mit fünf Siegen aus sieben Spielen punktgleich mit dem TSV Wichmannshausen Platz zwei in der Kreisoberliga Staffel 1 des Werra-Meißner-Kreises ein. Das Ziel, so hatte es Robert Kiesewetter im Sommer nach dem Test in Eisenach betont, ist die Aufstiegsrunde.

Mit der Aufteilung in zwei Vorrundengruppen, in denen zunächst die Teilnehmer für Auf- und Abstiegsrunde ermittelt werden, wurde als Folge der Coronapandemie im Werra-Meißner-Kreis ein ganz neues Spielsystem installiert. Am Anfang ein mitunter kritisch gesehener Schritt aus Sicht der Vereine, könnte sich dieser Modus sich Ideallösung herausstellen. Denn die Hoffnung ist groß, im neuen Jahr ohne Terminnot die laufende Saison zu beenden.