Die hinter den Hammer-Fachmärkten für Raumgestaltung stehende Firmengruppe Brüder Schlau GmbH & Co KG aus Porta Westfalica (Nordrhein-Westfalen) ist insolvent. Ein entsprechendes Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ist bereits beim zuständigen Amtsgericht in Bielefeld angemeldet worden, heißt es in einer Mitteilung des Insolvenzverwalters, die dieser Redaktion vorliegt.
Die Brüder Schlau Gruppe führt in Deutschland unter der Marke Hammer eigenen Angaben zufolge 180 Fachmärkte der Marke Hammer. Außerdem gehören zur Unternehmensgruppe mehr als 60 Großhandelsgeschäfte Schlau, die vor allem Handwerker beliefern. Insgesamt sind 3900 Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen. Die Löhne der Beschäftigten sind durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit bis einschließlich August 2025 gesichert.
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Hammer: Insolvenzverwalter sagt, wie es in den Filialen weitergeht
Der Geschäftsbetrieb soll bis auf Weiteres weiterlaufen. „Für Kundinnen und Kunden sowie Geschäftspartner hat die Insolvenz in Eigenverwaltung keinerlei Nachteile“, so die Mitteilung. Die Lieferfähigkeit bleibe vollständig erhalten. Aufträge würden wie gewohnt ausgeführt. Auch alle Filialen sollen geöffnet bleiben.
Im Rahmen der Insolvenz in Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung zunächst im Amt, bekommt aber einen Generalbevollmächtigten und einen Sachwalter an die Seite gestellt. Beide sollen die nun anstehende Sanierung überwachen und die Interessen der Gläubiger wahren. Zu der Frage, ob im nun beginnenden Sanierungsverfahren Filialen geschlossen und Mitarbeiter entlassen werden, machten die Sanierungsexperten zunächst keine Angaben.
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Hammer: In den 1970er-Jahren eröffneten die ersten Filialen der Kette
Hammer zählt in Deutschland zu den größeren Heimwerker- und Fachmärkten, ist vor allem auf Raumgestaltung spezialisiert. Zum Sortiment gehören Farben, Tapeten, Bodenbeläge, Badmöbel und -textilien, Gardinen und Sonnenschutzsysteme, Markisen, Bettwaren, Matratzen, Polster- und Boxspringbetten sowie Wohnaccessoires. Zusätzlich zu den Warengruppen bietet Hammer verschiedene Serviceleistungen an.
Die ersten Hammer-Filialen eröffneten 1976 in Bremerhaven und Lübbecke. 2016 übernahm die Schlau-Gruppe Filialen der Marke Home Market, die zum Teil in Hammer-Filialen aufgingen. Die Deutschen gelten als Heimwerker-Volk, die Lage auf dem hiesigen Baumarkt-Markt gilt aber als umkämpft. Zu den größten Ketten gehören Bauhaus, Hornbach und Obi.
In Thüringen betreibt Hammer zehn Filialen in Eisenach, Erfurt, Gera, Mühlhausen, Nordhausen, Pößneck, Saalfeld, Sömmerda, Weimar und Wiehe.
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Hammer: Wie der Hornbach-Chef den deutschen Markt einschätzt
Hornbach-Chef Erich Harsch bezeichnete den deutschen Markt im Interview mit dieser Redaktion im vergangenen Jahr als „ziemlich gesättigt“. „Wie immer ist das auch ein Verdrängungswettbewerb. Im Moment hat die Branche durch Corona einen ziemlichen Schub bekommen, mittelfristig werden sich da wahrscheinlich Veränderungen ergeben“, sagte Harsch.
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Zuletzt war die Zahl der Pleiten in Deutschland wieder spürbar gestiegen. 11.900 Unternehmen werden nach Hochrechnungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform bis zum Ende des ersten Halbjahres Insolvenz angemeldet haben. Das seien 9,4 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres. Damit erreicht die Zahl der Unternehmensinsolvenzen den höchsten Stand seit dem ersten Halbjahr 2015.





