Pünktlich zum Beginn der Münchner Automesse präsentiert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder seine Antwort auf die Autokrise. Die Kernbotschaft ist populär. Verbrennermotoren sollen erhalten bleiben. Söder will die Klimaziele lockern, dennoch aber auch die E-Mobilität fördern. Dann, so macht der ewige Populist weiß, kann die so wichtige Autoindustrie ihre zentrale Rolle als Lokomotive des Industriestandorts Deutschland behalten.
So einfach ist es leider nicht. Diese Strategie legt nur einen Rückwärtsgang ein, zurück in eine gute alte Zeit, in der deutsche Autos weltweit zu Statussymbolen wurden und sich damit reichlich Geld verdienen ließ. Diese Zeit dürfte, so kein Wunder geschieht, vorbei sein.

Markus Söders Forderungen gehen am Kernproblem vorbei
Denn es gibt Gründe für den allmählichen Bedeutungsverlust der hiesigen Hersteller. Der vielleicht wichtigste ist die gewachsene internationale Konkurrenz. Gerade auf den wichtigsten Märkten wie China oder den USA gibt es ein zunehmendes Angebot an Premiummodellen, die aber deutlich preisgünstiger sind. Und bei der Elektromobilität haben es VW, BMW und Daimler den Anschluss verpasst, ebenso bei der Digitalisierung des Autos.

Zurück zum Verbrenner mag für das hiesige Publikum ein plausibles Versprechen auf die guten Zeiten von früher sein. Es verkennt, dass sich die Nachfrage verändert hat und weiter verändern wird. China setzt zum Beispiel stark auf Elektromobilität. Auf dem wichtigsten Automarkt wird der Verbrenner absehbar eine viel geringere Rolle spielen. Das gilt auch für viele andere Länder.

National hilft dagegen wenig. Hilfreich allein sind Innovationen, die das deutsche Preisniveau beim Auto rechtfertigen oder eine führende Rolle bei den zukunftsweisenden Technologien, etwa beim autonomen Fahren oder der E-Mobilität ermöglichen. Mit dem Rückwärtsgang wird es nie vorwärts gehen.

