Mehr als 500.000 Hühner, Enten, Gänse und Puten sind durch einen Ausbruch der Vogelgrippe in Deutschland getötet worden. 30 Ausbrüche in Geflügelhaltungen sowie 73 Fälle bei Wildvögeln hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) seit Anfang September registriert. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher stellen sich die Frage: Steigt der Eierpreis jetzt rapide?
Trotz massenhafter Keulungen rechnet die Geflügelwirtschaft bislang nicht mit starken Preissteigerungen. Hans-Peter Goldnick, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft, sagte im ZDF-Morgenmagazin, er glaube nicht, „dass wir kurzfristige Preisexplosionen haben“. Er hält die aktuelle Situation für beherrschbar.
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Doch Robert Schmack, Vorsitzender des bayerischen Geflügelwirtschaftsverbands, ist nicht ganz so optimistisch. Er hält eine Erhöhung der Eierpreise „um bis zu 40 Prozent“ für möglich – ein Zehnerpack könnte dann statt 2,50 Euro rund 3,50 Euro kosten. Auch mit eingeschränkter Produktauswahl im Handel sei zu rechnen, sagte er im Bayerischen Rundfunk. „Auch bei uns wird es dramatisch sein, und Eierpreise, die sich dann um die Hälfte noch mal erhöhen, halte ich nicht für ausgeschlossen“, sagte Schmack.
Für einzelne Betriebe könne ein Ausbruch der Vogelgrippe existenzbedrohend sein. „Die Vogelgrippe ist das Los der Branche“, sagt Georg Heitlinger, Landwirt und Vorsitzender des Geflügelwirtschaftsverbands Baden-Württemberg. Durch die Seuche entstandene Schäden können über die Tierseuchenkassen geltend gemacht werden. Aktuell liegt die Entschädigungsgrenze bei 50 Euro pro Tier. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) will diesen Höchstsatz auf bis zu 110 Euro anheben.
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Vogelzug steht erst noch bevor: Kommt es zu weiteren Vogelgruppe-Ausbrüchen?
Seit September wurden Vogelgrippe-Fälle in Deutschland bekannt. Üblicherweise gibt es laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) einen Anstieg der Infektionszahlen Anfang November während des Vogelzugs. Das FLI ist die für Nutztierseuchen zuständige Bundesbehörde. Derzeit ändere sich die Lage allerdings ständig, sagte einer Sprecherin der Deutschen Presseagentur (dpa). Aktuell werden demzufolge 23 weitere Verdachtsfälle geprüft – 22 bei Wildvögeln, einer bei gehaltenem Geflügel. Mit weiteren Fällen sei zu rechnen.
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Besonders stark trifft es aktuell Niedersachsen mit acht Ausbrüchen, Mecklenburg-Vorpommern (sechs Fälle), Brandenburg (fünf Ausbrüche) und Thüringen (vier Ausbrüche). Hinzu kommen Schleswig-Holstein (drei Ausbrüche), Nordrhein-Westfalen (zwei Ausbrüche) sowie Baden-Württemberg und Bayern (je ein Ausbruch). In zwei Betrieben in Vorpommern wurden allein rund 150.000 Legehennen gekeult, im brandenburgischen Märkisch-Oderland weitere 130.000 Tiere.
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Vermehrte Ausbrüche der Vogelgrippe: Vorübergehende Stallpflicht im Gespräch
Weil der Vogelzug noch bevorsteht, steigt laut FLI die Gefahr, dass die Vogelgrippe eingeschleppt wird. Zur Eindämmung der Seuche gelten in vielen Regionen Schutzzonen mit zusätzlichen Auflagen. Zugleich mehren sich die Forderungen nach einer bundesweiten Aufstallungspflicht. Geflügel aus Freilandhaltung müsste dann vorübergehend in geschlossenen Ställen gehalten werden.
Laut FLI handelt es sich bei den Infektionen um das hochansteckende Influenzavirus (HPAIV) des Subtyps H5N1 – umgangssprachlich als Vogelgrippevirus bekannt. Neben Kranichen sind auch andere Wildvögel wie Enten und Gänse sowie Nutztiere wie Legehennen, Mastgänse und Puten betroffen.
dpa/viv





