Die Zahl der Ladepunkte in Deutschland ist im Jahresverlauf weiter gestiegen – und Thüringen steht im Ländervergleich bei der Versorgung besonders gut da.

Das zeigt eine Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur und des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) durch den Verband der Automobilindustrie (VDA). Demnach kamen im Freistaat zum 1. Juli rund 11,7 Elektroautos auf einen Ladepunkt – bundesweit waren es 16,7. Berücksichtigt wurden dabei sowohl reine Batteriefahrzeuge als auch Plug-in-Hybride.

Damit liegt Thüringen hinter Mecklenburg-Vorpommern auf Platz zwei unter allen Bundesländern. Landesweit gab es demnach 3528 Ladepunkte (Vorjahr 2938).  Im Saarland ist die Versorgung am geringsten: Auf einen Ladepunkt kommen dort 24,6 E-Fahrzeuge. 

Öffentliche Ladeinfrastruktur wächst um 16 Prozent

Daten der Bundesnetzagentur zufolge gab es zum 1. Oktober dieses Jahres bundesweit knapp 180.000 öffentliche Ladepunkte, darunter rund 44.250 Schnellladepunkte. Das waren 16 Prozent mehr als zum gleichen Stichtag des Vorjahres.

Noch deutlicher stieg die öffentlich verfügbare Ladeleistung – um knapp 30 Prozent auf mehr als 7,3 Millionen Kilowatt.

Auch interessant

Ladeinfrastruktur-Ausbau in Deutschland stockt

Trotzdem geht der Ausbau aus Sicht des Verbands VDA zu langsam voran. „Das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher, immer und überall einfach und schnell laden zu können, ist zentral für die Akzeptanz der Elektromobilität“, betonte VDA-Chefin Hildegard Müller. „Es braucht unbedingt wieder mehr Tempo, denn noch immer gibt es Nachholbedarf und zu viele weiße Ladeflecken auf der Deutschlandkarte.“

Weitere Nachrichten aus der Thüringer Wirtschaft

Die Bundesnetzagentur erhebt vierteljährlich die Zahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland. Um die Daten mit dem Pkw-Bestand abgleichen zu können, greift der VDA nicht auf die aktuellsten Zahlen der Behörde zurück, sondern auf die vom Juli. Nicht berücksichtigt werden dabei Nachmeldungen.

ADAC stellt Ladepunkten an Autobahnen schlechtes Zeugnis aus

Der Automobilclub Deutschland (ADAC) hat die Ladeinfrastruktur entlang von Autobahnen unter die Lupe genommen. Demnach ist mehr als die Hälfte von jeweils 25 untersuchten Rastanlagen und Autohäfen als mangelhaft oder sogar sehr mangelhaft bewertet worden. 

Lediglich ein Viertel der untersuchten Standorte habe mit mindestens zehn Ladepunkten ein zahlenmäßig ausreichendes Angebot gehabt. Bei einem Drittel der Anlagen sei mindestens ein Ladepunkt defekt gewesen. Zudem kritisiert der ADAC mangelnde Überdachung oder schlechte Beleuchtung.