Elon Musk skizziert einmal mehr gigantische Pläne: In Boca Chica in Texas will sein Raumfahrtunternehmen SpaceX das mit Abstand größte Raketenwerk der Welt betreiben. Rund 250 Millionen Dollar sollen in neue Kapazitäten fließen. Die Produktionsflächen werden mit etwa 65.000 Quadratmetern – umgerechnet neun Fußballfeldern – beziffert. Das Ziel seien bis zu 1000 Exemplare der weltgrößten Rakete Starship pro Jahr.

„Ein enormer Umfang“, schrieb Musk auf seiner Plattform X. Zudem stellte der 54-Jährige in Aussicht, langfristig sogar fünfstellige Stückzahlen erreichen zu können, wenn es um die Produktion von „Schiffen“ ginge. Bei 10.000 Raketen wären das knapp 30 Raketen täglich. Rechnerisch würde dann alle 52 Minuten eine Rakete die Fabrik verlassen. Spitzenwerte, die sich derzeit nicht unabhängig belegen lassen.

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SpaceX und der Vergleich mit der Konkurrenz

Greifbar werden die extravaganten Dimensionen des Unternehmers und Milliardärs Musk im Vergleich. Für Europas Großrakete Ariane 6 sind für 2027 etwa zehn Einheiten vorgesehen. SpaceX selbst hatte mit der Falcon 9 im Jahr 2025 bereits einen Rekord gemeldet: 165 Starts, im Schnitt fast alle zwei Tage.

Starship dagegen, deutlich größer und komplexer, befindet sich jedoch weiterhin in der Erprobung. Die Rakete hat tatsächlich noch nie eine Erdumkreisung mit einer Nutzlast erreicht. Als nächster Meilenstein gilt für dieses Jahr die Betankung einer Oberstufe im All. Eine Schlüsseltechnik für Missionen zum Mond und zum Mars, die SpaceX nach eigenen Angaben in diesem Jahr testen will.

Ambition trifft Realität: Optimistische Zeitpläne, unklare Massenfertigung

Die Zeitpläne des Raumfahrtunternehmens SpaceX waren in der Vergangenheit häufig optimistisch. Das zeigen frühere Ankündigungen. So sagte Musk eine Mars-Mission für 2024 voraus, die jedoch nicht stattfand. 2025 sollte Starship vollständig wiederverwendbar sein. Das wird nunmehr für dieses Jahr angestrebt.

Vor dem sechsten geplanten «Starship»-Flug - Trump
Elon Musk (l.) mit dem US‑Präsidenten Donald Trump (M.) vor einem Starship-Start im Jahr 2024.© DPA Images | Brandon Bell

Trotzdem würden die von Musk genannten Raten zur Produktion in jedem Fall eine Industrialisierung der Raumfahrt bedeuten. Ob sich dieses Tempo in der Realität auf eine wiederverwendbare Schwerlastrakete übertragen lässt, bleibt aber offen.

Weitere Hürden dürften das Raumfahrtunternehmen SpaceX ausbremsen

Zudem gibt es Regulierungen, die Musks Plänen im Weg stehen dürften. Die US-Luftfahrtbehörde FAA begrenzt Starship-Starts aus Umweltgründen derzeit auf etwa 25 pro Jahr. 2024 hob Starship fünfmal ab. Für dieses Jahr sind in Unternehmenskreisen höhere Zahlen im niedrigen zweistelligen Bereich zu hören. Zwischen dem heutigen Rahmen und vierstelligen oder gar fünfstelligen Jahresraten liegt also weit mehr als nur der Bedarf an zusätzlichen Produktionsflächen.


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