Erneut ist eine Diskussion um die deutschen Goldreserven im Gange. Auch wenn die Bundesbank als Verantwortliche für den Staatsschatz es nicht hören mag, sollte es doch zumindest in größeren Teilen aus den USA abgezogen werden. Das gebietet die Erkenntnis, dass sich die US-Administration nicht mehr grundsätzlich an geltendes Recht oder auch bestehende Abmachungen hält.

Zudem torpediert US-Präsident Donald Trump die Unabhängigkeit der Notenbank Fed, in deren Obhut das Gold gelagert wird. Damit kann das deutsche Vermögen im Wert von rund 160 Milliarden Euro bei Gelegenheit auch mal als Druckmittel gegen Deutschland eingesetzt werden. Das Risiko besteht und kann durch eine Rückholaktion vermieden werden.

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Deutsches Gold in den USA: Abzug wäre ein starkes Zeichen

Panik ist nicht angezeigt – Zeichen setzen schon. Schon die Absicht einer solchen Aktion würde einen erheblichen Vertrauensverlust in die amerikanische Finanzpolitik signalisieren und den einstigen Partnern ihre Verletzlichkeit vor Augen führen. Bisher konnten nur die Finanzmärkte den Präsidenten einhegen. Auf deren Vertrauen ist er angewiesen. Praktische Folgen, wie es etwa beim Verkauf von US-Anleihen zu erwarten wäre, hätte ein Umzug des Goldes nicht. 

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Wolfgang Mulke ist Wirtschaftskorrespondent.© privat | Privat

Ein Argument für die Lagerung an internationalen Finanzplätzen ist die Möglichkeit, bei Marktverwerfungen sofort vor Ort eingreifen zu können, um beispielsweise Währungsturbulenzen zu begegnen. Allerdings sollte dies angesichts mittlerweile digitalisierter Handelssysteme, die rund um die Uhr an jedem Ort der Welt verfügbar sind, auch anders möglich sein. Zumindest müsste die Bundesbank einmal ganz konkret darlegen, welche Vorteile die Tresore New Yorks bieten.