Der Dollar schwächelt weiter und überstieg am Dienstagabend die symbolische 1,20 Dollar-Marke. Wer einen Euro gegen einen US-Dollar tauscht, hat derzeit also spürbar mehr im Portemonnaie. Damit fällt die US-Währung auf den tiefsten Stand seit 2021. Das mag aus deutscher Sicht erst einmal gar nicht so schlecht klingen und in der Tat, einiges wird dadurch hierzulande günstiger – Unternehmen und Privatanleger hingegen bereitet die Dollar-Talfahrt eher Kopfzerbrechen.

Wer günstig Sommerurlaub 2026 buchen will und dabei Fernreiseziele im Auge hat, könnte gut beraten sein, die eigene Urlaubsplanung bereits jetzt voranzutreiben. Durch den schwachen Dollar bekommen Verbraucher aber nicht nur mehr für ihren Euro in den USA selbst. Auch in Ländern wie Indonesien und Mexiko sowie das bei Deutschen beliebte Ägypten wird oft in US-Dollar abgerechnet. Hotels, Mietwagen und andere touristische Ausgaben könnten für alle, die in Euro zahlen, derzeit also unter Normalniveau liegen.

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Schwacher Dollar: US-Lebensmittel werden in Deutschland günstiger

Auch werden importierte US-Lebensmittel für Endkunden in deutschen Supermärkten günstiger, wenn der Dollar schwächelt. Coca-Cola, M&M‘s und Kellogg‘s werden also günstiger – vorausgesetzt, der niedrigere Einkaufspreis schlägt bis zum Kunden durch. Gleiches gilt für andere aus den USA importierte Produkte.

Auch für Privatanleger hat der schwache Dollar Auswirkungen. Immer mehr Deutsche parken ihr Geld, in der Hoffnung, gute Renditen zu erzielen, beispielsweise in Aktien-ETFs („Exchange Traded Funds“). Diese Anlagetöpfe, in denen mehrere Wertpapiere gebündelt in einem Index erfasst werden, bestehen jedoch oft überwiegend aus US-Aktien. So setzt sich beispielsweise der „MSCI World“-ETF hauptsächlich aus Aktien US-amerikanischer Unternehmen, darunter Apple, Microsoft und Amazon, zusammen. Ist der Dollar auf Talfahrt, tritt der Währungseffekt ein und spätestens bei der Umrechnung in Euro merken Anleger den Absturz.

Diesen Währungseffekt bekommen auch deutsche Unternehmen zu spüren, denn die Gewinne bei Exporten fallen deutlich niedriger aus. In Hinblick auf die großen Unternehmen warnte Jörg Held, Leiter Portfoliomanagement bei der Fondsgesellschaft Ethenea, bereits im vergangenen Jahr im „Handelsblatt“, dass die Dollar-Schwäche „zum messbaren Gewinnkiller wird“. Damals kostete ein Dollar 1,17 Euro, mit dem aktuellen Wert von 1,20 Dollar liegt die Aufwertung des Euro innerhalb eines Jahres schon bei 17 Prozent.

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Donald Trump zur Dollar-Talfahrt: „Ich finde das großartig“

Hintergrund für die Dollar-Talfahrt sind Aussagen von US-Präsident Donald Trump, die suggerieren, dass der Wertverlust der US-Währung mindestens akzeptabel ist. „Nein, ich finde das großartig“, sagte Trump in Iowa auf eine entsprechende Frage von Reportern. „Schauen Sie sich unsere Geschäfte an. Der Dollar läuft großartig.“ Es sei richtig, dass der Dollar „sein eigenes Niveau findet“, ergänzte Trump. Wenn er wollte, könne er den Währungskurs aber „auf- und absteigen lassen wie ein Jo-Jo“. Trump hat mehrfach angedeutet, einen schwachen Dollar zu bevorzugen, um US-Produkte im Ausland günstiger zu machen und damit Exporte anzukurbeln.

„Die politische Unvorhersehbarkeit wirkt sich zweifellos negativ auf den Dollar aus“, erklärten die Analysten von Monex USA. „Das Vertrauen in den Dollar als wichtigsten Garanten für Sicherheit scheint unter der Präsidentschaft von Trump geschwunden zu sein“, erklärte Joshua Mahony, Analyst bei Scope Markets. 

rk/AFP