Die Bereitschaft, den Arbeitgeber zu wechseln, ist in Deutschland auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen – obwohl viele Beschäftigte ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt weiterhin als gut einschätzen. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag des Karrierenetzwerks Xing können sich 34 Prozent der Befragten grundsätzlich vorstellen, den Job zu wechseln.
Am offensten für einen Jobwechsel zeigen sich weiterhin jüngere Beschäftigte – allerdings mit abnehmender Tendenz. Während noch vor zwei Jahren die Hälfte der Generation Z (Jahrgänge 1997 bis 2012) einen Jobwechsel in Betracht zog, sind es heute nur noch 44 Prozent. Auch die Millennials (Jahrgänge 1981 bis 1996) zeigen mit 40 Prozent eine überdurchschnittliche Wechselbereitschaft – allerdings lag ihr Wert vor zwei Jahren noch bei 47 Prozent. „Gerade in den jüngeren Generationen hat die Bereitschaft zum Jobwechsel in den vergangenen Jahren abgenommen“, sagt Xing-Arbeitsmarktexperte Julian Stahl.
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Bei den Beschäftigten der Generation X (Jahrgänge 1965 bis 1980) könnten sich hingegen nur 29 Prozent grundsätzlich vorstellen, den Arbeitgeber zu wechseln. Am geringsten ist die Wechselbereitschaft bei den Babyboomern (Jahrgänge 1946 bis 1964) – hier denken nur 17 Prozent über einen Jobwechsel nach.
Gehalt und Perspektiven treiben Jobwechsel an
„Die Beschäftigten in Deutschland reagieren auf die anhaltende Wirtschaftsflaute mit einem hohen Bedürfnis nach Sicherheit. Das hat auch Auswirkungen auf die Wechselbereitschaft und die Jobsuche. Gleichzeitig bewerten sie ihre persönliche Lage weiterhin positiv“, so Stahl. Denn: 92 Prozent der Befragten machen sich keine großen Sorgen um einen Arbeitsplatzverlust im laufenden Jahr. Gleichzeitig sind knapp zwei Drittel (63 Prozent) überzeugt, innerhalb von sechs Monaten eine neue Stelle finden zu können.

Wenn Beschäftigte dennoch über einen Wechsel nachdenken, geht es vor allem um Geld und um Perspektiven. Ein zu niedriges Gehalt nennen 41 Prozent als wichtigsten Grund, gefolgt von fehlenden Aufstiegschancen (38 Prozent) und hohem Stress (36 Prozent). Auch Probleme mit der direkten Führungskraft spielen für 34 Prozent eine Rolle. „Wenn Führungsqualität und Arbeitsbelastung negativ wahrgenommen werden, wirkt sich das auf die Motivation aus. Wird dann noch die Entlohnung als zu gering empfunden, führt das oft zu Bereitschaft zum Jobwechsel“, sagt Stahl.
Jobsicherheit motiviert Mehrheit zum Verbleib beim aktuellen Arbeitgeber
Warum viele trotzdem bleiben wollen, zeigt ein Blick auf die Gegenargumente: Jobsicherheit ist für 64 Prozent der wichtigste Grund, beim aktuellen Arbeitgeber zu bleiben – noch vor interessanten Aufgaben (62 Prozent) oder dem bestehenden Gehalt (57 Prozent).

Trotz einer grundsätzlichen Wechselbereitschaft bei vielen der Befragten ist die große Mehrheit mit ihrem Job zufrieden. Rund 84 Prozent gaben an, eher oder sehr zufrieden zu sein. Selbst unter den Wechselwilligen überwiegt bei 61 Prozent eine positive Bewertung des eigenen Jobs.
Für die Forsa-Umfrage wurden im Januar 2026 rund 3400 volljährige, sozialversicherungspflichtige Erwerbstätige in Deutschland befragt.



