Wie transparent muss die Schufa ihre Berechnung der Kreditwürdigkeit offenlegen? Mit dieser Frage beschäftigt sich heute der Bundesgerichtshof (BGH). Vier Privatpersonen halten die Auskünfte der Wirtschaftsauskunftei über ihren Score für unzureichend. Allerdings geht es in dem Verfahren noch um das alte Scoring-Verfahren. Seit dem 17. März gilt bereits ein neues System, das die Berechnung nachvollziehbarer machen soll. Wie funktioniert der neue Schufa-Score, welche Kriterien fließen ein – und worauf kommt es bei der eigenen Kreditwürdigkeit besonders an?

Schufa: Was ist der Score?

Der Schufa-Score ist eine Zahl. Sie gibt wieder, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand einen Kredit bedienen oder eine Rechnung bezahlen kann. Berechnet wird sie nach einer Formel, in die verschiedene Kriterien wie die Zahl der Ratenkredite einfließen. Banken zum Beispiel fragen ihn ab, um besser einschätzen zu können, ob sie Kredite vergeben können. Mobilfunkunternehmen nutzen die Zahl, wenn sie einen neuen Vertrag abschließen.

Schufa-Score: Warum ist er wichtig?

Die Schufa ist die größte Auskunftei dieser Art in Deutschland. Sie hat Informationen von 6,4 Millionen Firmen und rund 68 Millionen Bundesbürgern gesammelt. Täglich erreichen die Schufa rund 340.000 Anfragen von Firmen, die einschätzen wollen, ob sie Geschäfte mit einer Kundin oder einem Kunden machen wollen.

Was ist der neue Schufa-Score?

In der Vergangenheit hatte die Schufa viel Ärger. Verbraucherschützer bemängelten, wie undurchsichtig das Unternehmen war. Es gab zahlreiche Gerichtsverfahren. Die Auskunftei ermittelte verschiedene Scores für verschiedene Firmenkunden. Der wichtigste war der Banken-Score. Einsehen konnten die Verbraucher zuletzt einen sogenannten Basis-Score, der auf dem für die Banken aufbaut, aber tatsächlich extra berechnet wurde. Jetzt räumt die Auskunftei auf. Seit März gibt es einen zentralen Score, den auch die Verbraucher kostenlos abrufen können. Er ersetzt die sechs wichtigsten Branchen-Scores und den Basis-Score. Der neue Score soll einfacher und klarer sein.

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Wie sieht der neue Score aus?

Der neue Score hat maximal 999 Punkte. Ein Score von 868 bedeutet, dass jemand sehr kreditwürdig ist. Ein hervorragender Wert. Ein Score von 350 gilt als ausreichend. Der niedrigste mögliche Wert ist 100. Grundsätzlich gibt es keinen Score, anders als bisher, wenn jemand aktuell einen Kredit nicht mehr bedienen kann oder Rechnungen nicht beglichen hat – eine sogenannte Zahlungsstörung. Den Topwert erreichen 0,03 Prozent der Bundesbürger, rund 62 Prozent haben einen hervorragenden Score, 20 Prozent einen guten.

Eine Person simuliert ihren Schufa-Score an einem Computer
Die Schufa führt im März ein neues Bewertungssystem ein.© Christin Klose/dpa-tmn | Christin Klose

Welche Kriterien entscheiden über den Schufa-Score?

Künftig richtet sich der Score nach zwölf Kriterien, die die Schufa-Statistiker als besonders aussagekräftig ermittelt haben. Für jedes gewährt die Schufa Punkte. Die Summe der Punkte ergibt den Score.

  • Zahlungsstörungen: Dieses Kriterium hat das größte Gewicht. Wer einmal nicht zahlen konnte, wird es wahrscheinlich auch wieder nicht können, wie die Statistiker ermittelt haben. Je länger die Zahlungsstörung zurückliegt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls und desto mehr Punkte gibt es. Ohne Zahlungsstörungen jetzt oder in den vergangenen drei Jahren sind 264 Punkte möglich. Drei Jahre deshalb, weil die Schufa nach dieser Frist die Daten löschen muss.
  • Anzahl der Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen zwölf Monaten: Wenn jemand sich bei mehreren Banken oder Sparkassen über die Konditionen für Girokonten oder Kreditkarten informiert, kann es sein, dass diese Banken bei der Schufa anfragen, wie kreditwürdig die Person ist. Aus der Vergangenheit weiß die Schufa, dass viele Anfragen auf finanzielle Schwierigkeiten hindeuten. Allerdings informieren sich Verbraucher heutzutage mehr über Angebote, bevor sie eines abschließen, was das Kriterium ungenauer macht. Die Schufa wertet jetzt mehrere Abfragen und einen Vertragsabschluss binnen 28 Tagen als einen Vorgang. Maximal 117 Punkte.
  • Anzahl der Anfragen außerhalb des Bankenbereichs in den vergangenen zwölf Monaten: Hier sieht es ähnlich aus wie bei den Bankanfragen. Maximal 99 Punkte.
  • Alter der aktuellen Adresse: Wer lange an einem Ort wohnt, ist statistisch gesehen kreditwürdiger. Maximal 94 Punkte.
  • Alter der ältesten Kreditkarte: Wer mit einer solchen Karte zum Beispiel ein Hotelzimmer bezahlt, bekommt von der Bank einen Kredit in Höhe des Zimmerpreises gewährt. Kunde oder Kundin gleichen die Summe meist einmal im Monat aus. Je länger jemand eine solche Karte problemlos nutzt, desto besser ist die Kreditwürdigkeit. Maximal 81 Punkte.
  • Alter des ältesten Bankvertrags: Wer lange bei derselben Bank ist, neigt statistisch gesehen dazu, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Maximal 69 Punkte.
  • Zahl der neuen Ratenkredite in den vergangenen zwölf Monaten: Je mehr (auch kleine) Kredite jemand bedienen muss, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Person mit Zahlungen in Verzug gerät. Maximal 66 Punkte.
  • Kredit mit der längsten Restlaufzeit: Je länger ein bestehender Kredit noch bedient werden muss, desto eher könnte ein weiterer Kredit zusätzlich belasten. Maximal 61 Punkte.
  • Immobilienkredit: Wer Haus oder Wohnung besitzt und einen Immobilienkredit abzahlt, geht besonders gut mit seinem Geld um. Das zeigt zumindest die Erfahrung. Maximal 55 Punkte.
  • Identität überprüft: maximal 38 Punkte
  • Jüngster Rahmenkredit: Ein Rahmenkredit ähnelt einem Überziehungskredit (Dispo). Die Bank gewährt bis zu einer fest vereinbarten Summe Kredit. Das ist meist günstiger als ein Dispo, setzt aber eine hohe Bonität voraus. Je länger ein solcher Rahmenkredit besteht, desto mehr Punkte gibt es. Maximal 36 Punkte.
  • Kreditstatus: Hier wird berücksichtigt, ob es offene oder abbezahlte Kredite gibt. Die meisten Punkte gibt es für erledigte Kredite. Schließlich hat der Kunde oder die Kundin bereits bewiesen, den Verpflichtungen nachkommen zu können. Maximal 19 Punkte.

Wie kommt die Schufa auf die Punktwerte?

Die Auskunftei kann aus den Daten der Vergangenheit sehen, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand zum Beispiel mit vier Ratenkrediten einen davon nicht bedienen kann. Danach richtet sich die Höhe der Punkte innerhalb des Kriteriums. Nicht jedes Kriterium ist gleich wichtig. Alles rund um Zahlungsstörungen wiegt deutlich schwerer als zum Beispiel die Tatsache, dass bereits Kredite getilgt wurden. Entsprechend mehr Punkte gibt es, wenn keine Zahlungsstörung vorliegt (264), als für abbezahlte Kredite (19).

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Wie kann ich mir meinen Score ansehen?

Um einzusehen, welche Daten die Schufa von mir gespeichert hat und welchen Score ich habe, brauche ich ein Konto bei der Schufa. Dafür muss ich mich einmalig online registrieren. Das geht mit der E-ID des Personalausweises sofort. Oder ich fordere eine besondere PIN an, die per Post geschickt wird. Zugang zum Konto geben dann E-Mail und ein selbst gewähltes Passwort. Die Webseite zeigt meinen persönlichen Score an, wie er sich genau zusammensetzt und wie ich im Verhältnis zum Rest der Republik dastehe.

Ab wann gilt der neue Score?

Die Schufa führte den neuen Score am Dienstag, 17. März, ein. Seitdem ist auch das neue Schufa-Konto erreichbar. Zuvor wurde der Score bereits seit einem guten halben Jahr mit wichtigen Firmenkunden getestet.

Wer ist die Schufa?

Die Schufa wurde 1927 als Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung gegründet. Sie gehört zu jeweils mehr als einem Viertel den Genossenschaftsbanken und den Sparkassen. Den Rest halten vor allem Geschäftsbanken. Das Wiesbadener Unternehmen beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter und setzte 2024 rund 289,8 Millionen Euro um.

Dieser Artikel erschien zuerst im März 2026.