Der frühere Vorstandschef der damaligen Volks- und Raiffeisenbank Bad Salzungen-Schmalkalden, Stefan Siebert, wehrt sich juristisch gegen seine Kündigung. Das teilte die inzwischen umbenannte VR-Bank Nordhessen Westthüringen auf ihrer Website mit. Zuerst hatte der MDR berichtet. Laut Bank hat Siebert als ehemaliges Genossenschaftsmitglied Anfechtungsklage gegen einen Beschluss der Generalversammlung vom Ende Januar des vergangenen Jahres erhoben. In diesem Beschluss wurde die Kündigung seines Dienstvertrags samt Zusatzvereinbarungen festgelegt.

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Verluste durch Sylt-Immobilie und ElectricBrands belasten Ex-Vorstände

Neben Siebert wehrt sich nach Bankangaben auch der ehemalige Vorstand Christof Wehrum gegen Entscheidungen der Generalversammlung, die darauf abzielen, beide in finanzielle Haftung für entstandene Schäden zu nehmen. Im Kern stehen zwei Geschäfte der Bank im Raum, die hohe Verluste verursacht haben sollen. Zum einen geht es um einen Immobiliendeal auf Sylt, bei dem eine Immobilie für mehrere Millionen Euro an einen Käufer veräußert wurde, der zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses insolvent war.

Der vereinbarte Kaufpreis wurde nie bezahlt, wodurch der Bank ein erheblicher Schaden entstanden sein soll. Zum anderen betrifft der Streit die Beteiligung am Start-up ElectricBrands, das einen elektrischen Kleinbus mit dem Namen XBus entwickeln wollte. Das Vorhaben scheiterte allerdings frühzeitig; mit der Insolvenz des Unternehmens im Frühjahr 2024 verlor die Beteiligung ihren Wert. Am Mittwoch, 26. August soll die Klage vor dem Landgericht Meiningen verhandelt werden.

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Dubiose Immobiliengeschäfte und hohe Verluste

Die VR-Bank Nordhessen Westthüringen war in den Fokus der Bankaufsichtsbehörde Bafin gerückt, da sie hohe Verluste eingefahren hatte. Dafür wird der frühere Bankvorstand rund um Ex-Vorstandschef Stefan Siebert verantwortlich gemacht. Siebert und ein weiterer Vorstand, sowie der gesamte Aufsichtsrat der VR Bank sind Ende 2023 zurückgetreten. Grund dafür war, dass die Genossenschaftsbank aufgrund hoher Wertberichtigungen aus Immobilien, Krediten und Beteiligungen in Probleme geraten war. Auch im Fußballgeschäft hat sich die VR-Bank versucht. Sie stellte den ehemaligen Fußballprofi Stefan Effenberg ein, der nicht nur Werbegesicht war, sondern auch regulär in der Kreditabteilung für das „Firmenkunden-Kompetenzteam Fußball“ angestellt wurde. Effenberg sollte die Bank dabei unterstützen, die Risiken im Fußballsektor besser einschätzen zu können. Seitdem wird die VR-Bank häufig als „Effenberg-Bank“ bezeichnet.

red