Die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa-Gruppe sollen an diesem Montag und Dienstag streiken. Der Ausstand soll von Montag, 0.01 Uhr, bis Dienstag, 23.59 Uhr, dauern, teilte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Samstag mit. Zum Streik aufgerufen sind die VC-Mitglieder bei der Deutschen Lufthansa AG, der Lufthansa Cargo AG, der Lufthansa Cityline GmbH sowie der Eurowings GmbH.

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„Die Vereinigung Cockpit sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem die Arbeitgeberseite in mehreren Tarifkonflikten keinen erkennbaren Willen zu einer Lösung zeigt“, sagte VC-Präsident Andreas Pinheiro. „Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernstzunehmende Angebote aus. In dieser Zeit gab es weder eine Reaktion noch erkennbare Gesprächsbereitschaft seitens der Arbeitgeber.“ 

Vereinigung Cockpit: Lufthansa bietet keine akzeptablen Tarifverträge an

Nach VC-Angaben liegt weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa Cityline ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag. Bei Eurowings sei das vorgelegte Angebot zur betrieblichen Altersversorgung inakzeptabel und bewege sich „auf einem derart niedrigen Niveau, dass es diesen Namen kaum verdient“.

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VC betonte, man sei weiterhin gesprächsbereit. „Die Arbeitgeberseite hat jederzeit die Möglichkeit, den Streik abzuwenden, indem sie verhandlungsfähige Angebote vorlegt“, erklärte Pinheiro. „Ein Streik ist immer das letzte Mittel, um Bewegung in gescheiterte Verhandlungen zu bringen. Wir hätten sehr gerne darauf verzichtet – insbesondere vor dem Hintergrund der Belastungen für unsere Passagiere sowie für die Kolleginnen und Kollegen am Boden. Die Verantwortung hierfür liegt jedoch bei der Arbeitgeberseite“, so Pinheiro.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation im Nahen Osten sind Flüge von Lufthansa und Lufthansa Cityline aus Deutschland zu folgenden Destinationen vom Streik nach Konzernangaben ausgenommen: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate. Bei Eurowings werden alle Flüge bestreikt, die im Streikfenster von deutschen Flughäfen starten.

Lufthansa-Kabinenpersonal streikte: Vorgehen wäre laut Gewerkschaft „vermeidbar“ gewesen

Bereits am gestrigen Freitag hatte das Kabinenpersonal des deutschen Flugunternehmens die Arbeit niedergelegt. Bestreikt wurden zwischen 0.01 und 22 Uhr Abflüge der Lufthansa AG von den Flughäfen Frankfurt am Main und München. Grund dafür waren die gescheiterten Verhandlungen über einen neuen Manteltarifvertrag.

Nachdem die Lufthansa über einen Zeitraum von fast fünf Monaten Forderungen der Kabinenmitarbeiter nicht aufgegriffen habe, seien die Verhandlungen aus Sicht der Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) gescheitert. Die Gewerkschaft verwies darauf, dass sich in der Folge 94 Prozent der Teilnehmer einer Urabstimmung für Arbeitskampfmaßnahmen ausgesprochen hätten.

„Wir haben die Osterfeiertage bewusst von Arbeitskampfmaßnahmen ausgenommen, um die Auswirkungen für Reisende so gering wie möglich zu halten“, erklärte der UFO-Vorsitzende Joachim Vázquez Bürger am Mittwoch dieser Woche. „Dass es nun dennoch zu Beeinträchtigungen bei der Rückkehr aus den Ferien kommen kann, ist uns sehr bewusst und wir bedauern das ausdrücklich.“ Aus Sicht der Gewerkschaft sei die Situation „vermeidbar gewesen“, betonte Vázquez Bürger. Die Verantwortung liege „bei der Lufthansa, die es bislang nicht einmal geschafft hat, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“.

dpa/afp/jcst