Die Gelegenheit ist günstig, einen neuen Vorstoß bei dem schwierigen Thema Sonntagsöffnungen zu wagen. Viele stationäre Händler sind mit ihren Kräften am Ende. Zuletzt mussten sogar bekannte Marken – darunter Depot, Esprit und Eterna – Insolvenz anmelden. Ihre Filialen sind nun zum Teil aus den deutschen Innenstädten verschwunden, was den Handlungsbedarf offensichtlich macht.
Neben der Frage, wie man die Kauflust der Deutschen wieder weckt, gehören dabei auch zwangsläufig die Sonntagsöffnungen auf den Tisch. Die Sache wird fraglos kompliziert. Denn Ladenöffnungsgesetze sind Ländersache, zudem setzt das Bundesverfassungsgericht enge Leitplanken mit Blick auf die Sonntagsruhe. Dennoch: Wer das Ladensterben in den Innenstädten verhindern will, muss dem sonntaglichen Einkaufsbummel endlich die engen Grenzen nehmen.
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Sonntags einkaufen: Bestehende Rechtslage benachteiligt den Handel
Tatsächlich fußt die bestehende Rechtslage vielfach auf Bedingungen aus grauer Vorzeit – ohne die Konkurrenz aus dem Internet. Das führt zu der absurden Situation, dass man im Onlineshop, der natürlich keinen Ladenschluss kennt, jederzeit ein neues Hemd kaufen kann, beim Geschäft um die Ecke an einem Sonntag aber nicht immer. Verständlich, dass sich der Handel bei dieser Rechtslage benachteiligt fühlt.

Auch die Argumentation der Gewerkschaft, der Sonntag sei ein Ruhetag, ist nicht mehr zeitgemäß. Unzählige Berufe müssen sonn- und feiertags arbeiten. Kellnerinnen und Kellner zum Beispiel freuen sich über solche umsatzstarken Tage und die Zuschläge, die damit verbunden sind. Unfair ist, die Belegschaften aus dem Einzelhandel davon weiter größtenteils auszuschließen.




