Natürlich kostet die berufliche Ausbildung junger Frauen und Männer die Betriebe viel Geld.
Jeder Firmenchef, der in den zurückliegenden Jahren schon einmal in die Qualifikation des eigenen Nachwuchses investiert hat, kann davon berichten. Gegenwärtig ist die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe im Freistaat alles andere als rosig.
Die Unternehmer stöhnen unter der Last hoher Energiepreise, steigender Kosten für Material und Rohstoffe. Hinzu kommt eine schier ausufernde Bürokratie und Berichtspflicht, die dazu führt, dass so mancher Handwerker mehr Zeit im Büro statt in der Werkstatt oder auf der Baustelle zubringt.
Was läge da näher, als an der Kostenschraube bei der Ausbildung zu drehen? Hier ließe sich Geld einsparen, welches man an anderer Stelle zusätzlich auf den Tisch legen muss. Doch dieser verlockenden Logik gibt sich das Gros der Unternehmer in Thüringen nicht hin.
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Zu lange suchen Firmeninhaber händeringend nach neuem Personal, um Aufträge abarbeiten und Wartezeiten für die Kunden verkürzen zu können. Weil Leute fehlen, werden mit Unterstützung der Politik, der Kammern und Verbände gezielt junge Menschen in anderen Ländern für eine Ausbildung und Arbeit in Thüringen angeworben.
Gerade bei der Qualifikation des eigenen Nachwuchses den Rotstift anzusetzen, würde sich als gewaltiges Eigentor in einigen Jahren bitter rächen. Das leuchtet mehr als drei Vierteln der Firmenchefs ein, wie die jüngste Umfrage der Wirtschaftsverbände im Freistaat belegt. Die Betriebe halten demnach ihre Ausbildungszahlen auf dem Niveau der Vorjahre oder stocken sogar noch auf. Eine kluge Investition in die Zukunft.





